Rezension „New York Diaries – Claire“ – Ally Taylor

 Droemer Knaur Verlag | Taschenbuch | 320 Seiten | 9,99 € | Amazon

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INHALT:

Im Herzen von New York City steht das Knights Building, ein ziemlich abgelebtes Wohnhaus. Etwas schäbig und daher nicht ganz so teuer, ist es perfekt für Frauen, die frisch in die Stadt gekommen sind, um ihre Träume zu jagen oder vor ihrer Vergangenheit zu fliehen. Weg vom College oder der Universität, weg von der Familie, weg von der alten Liebe, die nicht gehalten hat … bereit für alles, was jetzt kommt. Auch Foodkritikerin Claire Gershwin kommt als Suchende in die aufregendste Stadt der Welt. Innerhalb kürzester Zeit hat sich ihr Status von „in einer Beziehung, lebt in London und hat einen tollen Job“ zu „Single, arbeits- und obdachlos“ geändert. Claire ist viel zu pleite, um sich ein eigenes Appartement leisten zu können, deswegen zieht sie kurzerhand in den begehbaren Kleiderschrank ihrer Freundin June, die im Knights Building wohnt. Doch werden sich hier ihr Träume und Hoffnungen erfüllen?

MEINUNG:

Als ich das Buch in den Neuerscheinungen entdeckt habe, hat mein Herz gleich einen kleinen Hüpfer gemacht und ich habe mich sehr auf diesen ersten Band gefreut. Ich habe von Ally Taylor bereits aus der Oceanside Serie, welche sie auch mit ihrer Freundin Carrie Price (alias Adriana Popescu) zusammen geschrieben hat, „Dreisam“ gelesen und war von der Beschreibung der Intensität zwischen den Protagonisten und dem erotischen Knistern begeistert. Außerdem spielen die Diaries in New York und kommen in edlem schwarzem Design daher, welches mich ebenfalls für sich gewinnen konnte. Leider bin ich von diesem Buch etwas enttäuscht.

Die Geschichte spielt in New York, aber ein richtiges New-York-Feeling kam bei mir nicht auf. Es hätte auch irgendeine andere beliebige Großstadt, auch in Deutschland, spielen können. Ich verstehe sowieso immer nicht, warum einige deutsche Autoren und Autorinnen ihre Geschichten gerne in den USA und Großbritannien ansiedeln. Nur wenigen gelingt die Kultur, das Flair und die Lebensart richtig einzufangen. Hier ist es leider nicht so ganz gelungen.

Das Buch ist komplett aus der Ich-Perspektive von Claire geschrieben, was ich gut finde, aber warum um Himmels Willen gibt es noch zusätzliche Tagebucheinträge von Claire…auch in der Ich-Form? Der Sinn hat sich mir überhaupt nicht erschlossen. Jetzt könnte man sagen, dass sie dort nochmal einen genaueren Einblick in ihr Gefühlsleben gibt, aber das ganze Buch besteht aus der detaillieren Beschreibung ihres Gefühlsleben und endlosen Wiederholungen. Auf die Dauer war das recht anstrengend.

Ich tue mich immer schwer damit, wenn es in einem Buch ausschließlich darum geht am Ende den Mann zu bekommen. In dem Fall ist das Objekt der Begierde zunächst noch vergeben und Claires Gedanken dazu sind manchmal wirklich gehässig, was sie nicht wirklich sympathischer gemacht hat. Generell verhält sie sich für eine 32-jährige ziemlich pubertär und ihre Gedanken drehen sich nur noch um IHN. Dennoch sind ihre Sprüche und ihre Schlagfertigkeit einfach einmalig. Schreiben kann Ally Taylor! Das muss man ihr lassen. Ich habe mir einige Zitate markiert und heraus geschrieben, die wirklich einprägsam und aussagekräftig sind. Hier ein paar kleine Eindrücke:

„Hier sind sie wie Schlagsahne auf einem Eiskaffee: Geschmackssache.“ (S. 16)

„Die, die es können tun es, die die es nicht können, schreiben darüber.“ (S. 17)

„Mein Gehirn nimmt an einem Austauschprogramm teil und ich weiß nicht, ob es jemals wieder kommt.“ (S. 198)

Nach zwei Dritteln hätte ich nicht wirklich sagen können, worum es wirklich geht, weil es dem Buch einfach an einer richtigen Handlung und einem roten Faden gefehlt hat. Vielleicht war es auch nicht das Ziel des Buchs, aber ich tue mich immer schwer es dann als „nette Unterhaltung“ zu bezeichnen, weil es so abgedroschen klingt, aber mehr war es einfach nicht. Leider gab es keine wirklich erotischen Szenen, auf die ich ja eigentlich gehofft hatte. Sondern wir begleiten Claire auf 300 Seiten dabei, wie sie sich selbst zerfleischt, weil sie erst jetzt gemerkt hat, wer eigentlich der Richtige für sie ist. Das ist mir aber einfach zu wenig. Erst auf den letzten paar Seiten geht es auch mal darum, dass Claire sich auch mal auf ihre eigene Wünsche und Träume besinnt, mal abgesehen von Männern. Und aufmerksam macht sie darauf ausgerechnet ein Mann. 😉 Ich fand es sehr schade, dass dies erst so spät Thema wird.

Die Geschichte von Claire ist der erste Teil der vierteiligen New York Diaries Serie von Ally Taylor und Carrie Price. Die Bücher erscheinen im Wechsel von den beiden Autorinnen.  Der zweite Teil der Serie dreht sich um Sarah, die wir bereits im ersten Teil kennen lernen und erscheint am 02. Januar 2017. Ich bin noch nicht sicher, ob diesen Teil lesen werde, obwohl ich zu Carrie Price noch keine wirkliche Meinung habe. Vielleicht wird es Zeit sich hier eine zu bilden.

FAZIT:

Kann man lesen, muss man aber nicht. Alles in allem zeichnet sich der Roman durch den tollen Schreibstil von Ally Taylor aus, der nur so von Schlagfertigkeit und coole Sprüchen übersät ist, aber eine richtige Handlung konnte ich nicht erkennen. Trotzdem würde ich Ally Taylor/ Anne Freytag noch eine Chance geben. Der tolle Schreibstil und die Schlagfertigkeit verzeiht in dem Fall für mich die schwache Handlung.

Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir freundlicherweise über Vorablesen vom Droemer Knaur Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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