Klett Cotta Verlag* | Übersetzerin: Julia Gschwilm| Broschierte Ausgabe | 400 Seiten | 18,00 €

INHALT:
»Jeder Idiot kann in einem Monat einen Krimi schreiben!«, schimpft die renommierte, aber leider auch ziemlich erfolglose Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix vor laufender Kamera. Nun muss sie, um ihren Ruf zu retten, in einem Monat einen Krimi abliefern. Kurzentschlossen wird sie von ihrem Lektor in die winterliche Einöde Islands geschickt – die perfekte Kulisse, wie ihm scheint. Doch als der Neffe ihrer Gastgeberin unter mysteriösen Umständen tot aufgefunden wird, wird die Fiktion plötzlich Realität. War es Mord? Je tiefer Hannah gräbt, desto deutlicher wird ihr zu verstehen gegeben, dass sie sich raushalten soll. Und bald steht nicht mehr nur Hannahs Karriere auf dem Spiel.
MEINUNG:
Ich liebe skandinavische Spannungsliteratur und bin auf der Suche nach neuen Autoren und AutorInnen. Bei 30 Tage Dunkelheit hat mich die Geschichte sehr angesprochen, weil sie nicht dem üblichen Muster entsprochen hat.
Alles beginnt damit, dass die Autorin und Schrifstellering Hannah Krause-Bendix von ihrem Krimi Kollegen, der sehr gute Verkaufszahlen hat, im Gegensatz zu ihr selbst, absolut genervt ist. Auf einer Buchmesse macht sie ihrem Ärger Luft und behauptet, dass sie in einem Monat einen solchen Krimi schreiben kann. Um ihren Ruf zu retten muss sie die „Challenge“ nun antreten. Ihr Lektor schickt sie kurzerhand nach Island, wo sie für ihren Krimi inspirieren lassen soll. Auf Island wird Hannah dann aber in einen wirklichen Todesfall verwickelt, denn der Neffe ihrer Gastgeberin wird tot aufgefunden. Hannah beginnt auf eigene Faust zu ermitteln.
Mir haben die ersten Seiten sofort gefallen, denn ich mochte Hannahs sarkastische, fast schon griesgrämige Art sofort und fand es äußert unterhaltsam. Dagegen steht natürlich, dass Hannah einfach frustriert ist und keine so richtige Ideen für neue Bücher hat. Außerdem hat sie definitiv ein ernstzunehmendes Alkoholproblem, was in dem kleinen isländischen Ort zu skurrilen Situationen und Bekanntschaften führt. Leider überschreitet Hannah für ihre Sucht und noch ein paar andere Dinge immer wieder die Grenzen ihrer Mitmenschen und hat davon aber ihre ganze eigene Vorstellung von Gewissen und Schuld. Sie ist auf jeden Fall ein typisch skandinavischer Charakter für solche Bücher, aber es war für eine Spur humorvoller.
Der Fall an sich ist aber dennoch ernst zu nehmen und belastet viele Beteiligte sehr. Mittendrin ist auch Hannahs Gastgeberin, ihr Schwager und ihre Schwester, die Eltern des Jungen. Die Autorin hat hier den klassischen Aufbau gewählt mit einen Twists und falschen Fährten. Manche Dinge fand ich ein bisschen unglaubwürdig, wie z.B. dass der einzige Polizist akzeptiert, dass Hannah mit ihm zusammen ermittelt, nach dem sie ihn genug genervt hat. Möglicherweise ist das so in Island. Mir gefiel auch, wie die Autorin die Sprachbarrieren gelöst hat, denn Hannah ist Dänin und kann kein Isländisch und die Sprache sind sich auch nicht ähnlich genug. Hannahs Gastgeberin kommuniziert mit ihr z.B. nur schriftlich. Als kleiner Nebenstrang wird von der Autorin nochmal das Thema Belletristik, was Hannah schreibt vs. Unterhaltungsliteratur, was ihr Krimi-Kollege verfasst, beleuchtet. Beide Autoren merken, dass beides seine Daseinsberechtigung hat und das nicht besser oder schlechter ist. Hannah macht in der Geschichte eine Entwicklung durch und kann sich gegenüber ihren Mitmenschen deutlicher wertschätzende zeigen am Ende.
FAZIT:
30 Tage Dunkelheit ist für mich gleichzeitig der typische skandinavische Thriller, aber auf anderen Seite auch wirklich humorvoll. Die Autorin schafft eine ausgewogene Mischung aus den ernsten Fall, den Ermittlungen und dem Humor. Ich bin gespannt, was wir noch von ihr lesen werden.
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Klett Cotta Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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Ein Kommentar zu „Rezension „30 Tage Dunkelheit“ – Jenny Lund Madsen“