Klett Cotta Verlag* | Übersetzerin: Eva Bonné| Gebundene Ausgabe | 124 Seiten | 20,00 €

INHALT:
»Eine Frau lebt ein gewöhnliches Leben in Brooklyn. Sie hat einen Freund. Eine Katze. Schreibt Gedichte. Und träumt: Von Verführung, Lust und Unterwerfung. Ihre Paarbeziehung hält diesen Sehnsüchten nicht stand. Als sie eines Nachts in einer Bar eine Frau kennenlernt, streift sie ihr altes Leben ab und taucht ein in eine aufregende, obsessive neue Liebe. Doch wer ist dieses neue Ich, das sich mitreißen lässt und keinen Halt mehr findet? Und woher weiß man, ob dieses neue Leben wirklich besser zu einem passt als das zurückgelassene?
MEINUNG:
Um Paare bin ich schon länger herum geschlichen, aber ich war ein bisschen von der Vers-Form abgeschreckt. Ich habe es eigentlich so gar nicht mit Lyrik und war daher skeptisch. Der Podcast Monatslese hat dann den Ausschlag gegeben, doch zu zugreifen.
Die Autorin schreibt ihren Roman fast gänzlich in Paarreimen bis auf ein paar Kapitel, die in normalem Fließtext geschrieben sind. Mir gefällt die doppeldeutige Anspielung des Titels „Paare“, denn es geht um Paare und es eben in Paarreimen geschrieben. Möglicherweise aber auch nur eine Interpretation meinerseits. Eigentlich wirkt das Thema wie schon 1000mal gelesen. Die Ich-Erzählerin ist in einer heterosexuellen monogamen Beziehung, dennoch sehnt sie sich auch danach mit Frauen zu schlafen. Das ist für ihren Partner nicht akzeptabel und es kommt zu Trennung. Dann lernt sie eines abends eine Frau kennen und es beginnt eine intensive Liebesbeziehung. Ich empfand diese Beziehung aber auch nicht wirklich als gesund, eher schon fast toxisch. Die Ich-Erzählerin muss hinnehmen, dass sie ihre Partnerin teilen muss mit anderen Frauen. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass sie ihr nicht das geben kann, was sie möchte und sie stellt ihre Trennung von ihrem Ex-Partner in Frage. Trotz der kurzen Zeilen ist die Geschichte sehr intensiv, was ich großartig fand. Es bleibt auch viel Raum für eigene Interpretationsmöglichkeiten und einiges bleibt offen.
Ein großes Lob auch an die Übersetzerin Eva Bonné, die ich auch sonst sehr schätze, aber vor allem Gedichte und Verse aus einer anderen Sprache zu übersetzen, stelle ich mir immer schwer vor. Sie hat es großartig gemacht.
FAZIT:
Paare fand ich sehr besonders. Ich war zunächst skeptisch wegen der Vers-Form, aber es ließ sich sehr gut lesen und die Autorin hat geschafft mit so wenigen Worten so viel auszudrücken. Ich würde empfehlen das schmale Büchlein an einem Stück zu lesen und sich einmal komplett reinziehen zu lassen. Ich bin gespannt auf weitere Bücher, Texte von der Autorin.
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Klett Cotta Verlag* über NetGalley* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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Ein Kommentar zu „Kurz-Rezension „Paare“ – Maggie Millner“