Kurz-Rezension „Hey Guten Morgen, wie geht es dir?“ – Martina Hefter

Klett Cotta Verlag* | Gebundene Ausgabe | 237 Seiten | 22,00 € 

91DwoZOSVKL._SY522_

INHALT:

Tagsüber hilft Juno ihrem schwerkranken Mann Jupiter dabei, seinen Alltag zu meistern. Außerdem ist sie Künstlerin, tanzt und spielt Theater. Und nachts, wenn sie wieder einmal nicht schlafen kann, chattet sie mit Love-Scammern im Internet. Juno schreibt online mit Männern, die Frauen online ihre Liebe gestehen und so versuchen, sie um ihr Geld zu bringen. Doch statt darauf hereinzufallen, werden genau diese Männer zu einer Form von Freiheit für Juno. In den Gesprächen kann sie sein, wer sie will und sagen, was sie will – und das vermeintlich ohne Konsequenzen. Ganz im Gegensatz zu ihrem sonstigen Leben, in dem sie immer unterwegs, immer besorgt um Jupiter, immer beschäftigt und eingebunden ist. Also flüchtet Juno ab und zu vor ihrem Alltag ins Internet und spielt dort Spielchen mit Männern, die sie anlügen. Sie selbst wird zur Lügnerin. Aber ist es nicht so, dass man sich beim Lügen zuallererst selbst belügt? Eines Tages trifft Juno auf Benu, der ihre Behauptungen ebenso durchschaut wie sie seine. Und trotz der Entfernung zwischen ihnen entsteht eine Verbindung.                                                                  

MEINUNG:

Ich bin kurz vor der Verkündung der Longlist des Deutschen Buchpreises auf Hey Guten Morgen, wie geht’s dir? aufmerksam geworden, da es von vielen als heißer Favorit gehandelt wurde. Ich war ein bisschen vom Cover abgeschreckt, weil mich Bücher mit Göttern immer wenig ansprechen. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, denn die Götternamen der Protagonisten sind mehr ein Stilmittel.

Juno kümmert sich um ihren Partner Jupiter, der im Rollstuhl sitzt. Es wird nicht näher auf die Krankheit eingegangen, außer das erwähnt wird, dass es nicht immer so war. Es wird gut geschildert, wie das Leben der beiden ist und was es auch für Einschränkungen bedeutet im Alltag. Mal wieder merkt auch, dass wir in Deutschland definitiv noch mehr an Barrierefreiheit arbeiten müssen. Jupiter ist Autor, sprich beide sind freischaffende Künstler. Aus diesem Grund ist auch Geld und Existenz ein Thema, mit dem Juno sich rumschlagen muss. Juno fand ich sehr nahbar. Besonders ihre Liebe zum Tanzen hat man hier sehr heraus gespürt. Es macht noch mehr Sinn als ich las, dass die Autorin auch selbst Tänzerin ist. Ihre Liebe zum Tanzen hat sie auf jeden Fall Juno mitgegeben. 

Juno vertreibt sich die Zeit, in dem sie mit sogenannten Love- Scammern im Internet schreibt. Auch Benu, einem jungen Afrikaner aus Nigeria. ist ein solcher Mann, bei dem sie allerdings gleich offen sagt, dass sie weiß, dass er diese Masche verfolgt. Der Text wird aufgelockter durch die Chats mit Benu. Ich war da nur irritiert von der Anordnung der Chats, weil normaler steht links, dass was man selbst geschrieben hat, was für Juno wäre und recht, was der Chatpartner schreibt (Benu). Es war aber genau anders herum. Die Autorin gibt damit Einblick in das Love-Scamming, aber es ist kein wirklich zentrales Thema. Mir war nicht so richtig klar, was dieser Teil sollte, außer das Juno hier trotzdem relativ distanziert bleibt, vor allem als Benu ihr sagt, dass er sie mag. Es scheint so, dass es für Juno nicht möglich ist so eine Art Freundschaft weiterhin zu pflegen.

FAZIT:

Hey Guten Morgen, wie geht’s dir? lässt sich schwer zusammenfassen, aber es geht hier vor allem um Juno, ihre Liebe zum Tanz und der Performance und ihrem und ihrer Beziehung Leben mit einer beeinträchtigen Person. Ich mochte den Erzählton der Autorin sehr, denn Juno rückte damit näher an mich heran. Ein Buch, welches man gut zwischendurch lesen kann.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Klett Cotta Verlag* über NetGalley* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

 

Ein Kommentar zu „Kurz-Rezension „Hey Guten Morgen, wie geht es dir?“ – Martina Hefter

Hinterlasse einen Kommentar