Dumont Verlag* | Gebundene Ausgabe | Übersetzer: Michael Grabinger | 353 Seiten | 24,00 €

INHALT:
Malaysia 1921. Lesley Hamlyn lebt das äußerlich angenehme und gleichförmige Leben einer Frau der britischen Kolonialgesellschaft. Mit dem Eintreffen von Willie Somerset Maugham, einem alten Freund ihres Ehemanns Robert, kehrt Lebendigkeit in das Haus zurück und Erlebnisse der Vergangenheit drängen an die Oberfläche. Somerset Maugham ist zu diesem Zeitpunkt ein berühmter Schriftsteller, jedoch getrieben von Sorgen und Ängsten. Je stärker sich Lesley und er anfreunden, desto mehr Geheimnisse vertraut sie ihm an: ihre frühere Unterstützung politischer Rebellen, die das alte China beenden wollten, ihre Affäre mit einem chinesischen Mann, der Niedergang ihrer Ehe. Am Beispiel einer Freundin begreift Lesley, wie aussichtslos ihre Liebe ist und wie verheerend die Folgen für sie wären: ohne finanzielle Mittel, gesellschaftlich geächtet, würde sie ohne ihre Kinder leben müssen.
Wie Somerset Maugham muss auch sie ihr wahres Ich verbergen und ihre unglückliche Ehe ertragen. Trost findet sie einzig in dem Gedanken, sie könne ihren Geliebten eines Tages wiedersehen. Doch Robert hat längst beschlossen, diesen Teil der Welt zu verlassen und nach Südafrika zu ziehen.
MEINUNG:
Auf den Roman Das Haus der Türen wurde ich aufmerksam, weil er für den Booker Preis nominiert worden und von einem Schriftsteller aus Malaysia ist.
Tatsächlich geht es vor allem um Briten und zwar den britischen Schriftsteller William Somerset Maugham, der mir leider gar nichts gesagt hat, obwohl er ein absoluter Klassiker ist. Der Autor hat hier also eine reale Person ausgewählt auch der Sekretär von William, genannt Willie, hat wirklich existiert und es gab auch die Reisen nach Malaysia, damals noch britische Kolonie. Es kommt das typische Feeling auf von Romanen, die in der Zeit der Kolonialherrschaften gespielt haben in einem warmen Land. Ich habe beim Lesen auch langsam verstanden, dass Menschen wie Leslex und Robert in diesen Ländern geboren und aufgewachsen sind und dabei absolut britisch sind, obwohl sie nicht oder kaum ein Fuß nach Großbritannien gesetzt haben. Vermutlich ist das absolut klar, aber ich finde es surreal. Trotzdem schafft der Autor mich in diese Atmosphäre mit reinzuziehen. Das Erzähltempo ist ruhig und gemächlich. Es gibt vor allem tiefe Einblicke in die politischen und gesellschaftlichen Normen der Zeit.
Lesley eine Frau, die sich dem beugen muss und die dennoch auf ein eigenes Leben besteht, vor allem auch in sexueller Hinsicht, denn ihr Mann schläft nicht mehr mit ihr. Willie muss seine Homosexualität geheim halten und eine Alibi-Ehe führen, die ihm auch noch Probleme bereitet. Die beiden nähern sich an und führen viele, viele Gespräche in denen man so einiges erfährt. Ein bisschen spannender wird als es nebenbei noch einen kleineren Kriminalfall gibt, in der Lesleys Freundin als erste weiße Frau vor einem asiatischen Gericht angeklagt wird, weil sie einen Mann in Notwehr erschossen hat. Dieser Fall ist auch real. Ich mochte die heimliche Emanzipation der Frauen, in dem sie Affären anfangen, weil sie ihre Bedürfnisse in der Beziehung nicht mehr befriedigt sehen. Natürlich ist das gesellschaftlich absolut nicht gern gesehen, wo hingegen es bei Männern kein Problem ist. Auch Lesley beginnt eine Affäre. Mir gefiel, dass das Ende offen bleibt für sie.
FAZIT:
Das Haus der Türen gibt mal wieder einen weiteren Einblick in das damaligen Kolonialleben und nimmt uns ein Stück mit in die reale Biographie des britischen Schriftstellers William Somerset Maugham. Ich habe gerne gelesen, aber es fehlt ein bisschen was Besonderes an der Geschichte.
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Dumont Verlag* über NetGalley* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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