Leykam Verlag* | Gebundene Ausgabe | 216 Seiten | 25,00 €

INHALT:
Wütend, unberechenbar und ungezähmt – die Frauenfiguren von Mareike Fallwickl und Eva Reisinger haben genug. Sie lassen sich nichts mehr gefallen, verhalten sich anders, als die Gesellschaft es von ihnen erwartet, sie leben anders, lieben anders, hassen anders. Sie wollen nicht funktionieren müssen, sie sind skrupellos und dabei bestechend originell. Während Anna hochschwanger fremdgeht, fotografiert Simone heimlich den schlaffen Penis ihres Mannes. Gabi rührt ihren One-Night-Stands morgens Salz in den Kaffee und die Chefin gewöhnt sich ihr Dauerlächeln mit einer Botoxbehandlung ab.
MEINUNG:
Ich habe bereits einige Romane von Mareike Fallwickl gelesen und mag die meisten Bücher von ihr sehr. Von Eva Reisinger habe ich noch nicht gelesen, aber auch eine Autorin die ich auf dem Schirm habe. Das Peni!smuseum ist nun das erste gemeinsame Projekt dieser beiden österreichischen Autorinnen. Allein die Aufmachung dieses Buches aus dem Leykam Verlag ist ein Kauf wert! Die Farben, der Buchschnitt und das an den Ecken der Seiten enthaltene Daumenkino sind ein absoluter Hingucker.
Es ist kein richtiger Roman, sondern eine Anthologie aus Kurgeschichten und Chats, die lose miteinander verbunden sind, da immer wieder die gleichen ProtagonistInnen auftauchen. Mir haben vor allem die Chats zwischen Maria und Anna gefallen. Anna, die schwanger ihren Mann betrügt, weil der nicht mehr mit ihr schlafen möchte. Außerdem mochte ich die ernsten Geschichten über den Alltag einer Mutter mit drei Kindern und wie Maria mit Hilfe von Anna Frauen hilft, dass diese abtreiben können. Auch Gisèle Pelicot bekommt hier ihren Platz, ihren Tribut. Es sind die Geschichten von Frauen, real oder fiktiv, die so wichtig sind Ich mochte generell diese schonungslose Radikalität und Kompromisslosigkeit, mit der die beiden Autorinnen ihre Charaktere bedenken, sodass viele Szene auch ziemlich absurd erscheinen und dennoch braucht es vermutlich genau diesen Akt der Befreiung. Allerdings können es Frauen sowieso nie Recht machen. Es gibt auch ein paar schöne Illustrationen von Andrea Z. Scharf und Gastgeschichten, wie z.B. von Jovana Reisinger.
FAZIT:
Das Peni!smuseum ist starke, empowernde, feministische Anthologie, die Spaß macht, die ernst ist und die mitnimmt. Eine ideale Lektüre für alle, die sich für solche Themen interessieren und für alle, die sich damit dringend beschäftigen sollten. Ich wünsche dem Buch viele LeserInnen!
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Leykam Verlag* über NetGalley* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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