FVA Verlag* | Gebundene Ausgabe | 256 Seiten | 24,00 €

INHALT:
Zwei befreundete Paare fahren für ein gemeinsames Wochenende an die Ostsee, und zum ersten Mal ist auch Ola dabei. Ola ist Single, liebt Frauen und Männer und hat eine Biografie von Hildegard von Bingen im Gepäck. Für Amalias Freund Christian ist Ola mit ihren feministischen Bemerkungen eine einzige Katastrophe. Schon der erste Abend droht über der Frage, wem es gelingt, den Grill anzuzünden, und einem Gespräch über weibliche Selbstbefriedigung zum Fiasko zu werden. Das zweite Paar, Kata und Lenny, ist zunehmend irritiert von Christians Verhalten, aber weitgehend mit ihren eigenen unterdrückten Streitereien beschäftigt. Spätestens als Amalia und Ola plötzlich unauffindbar sind, eskaliert die Situation. Wie befreie ich mich aus einer selbstzerstörerischen Beziehung, und ab wann ist Nicht-Einmischung Komplizenschaft?
MEINUNG:
Von Bianca Nawrath habe ich schon einige Romane gelesen, wie z.B. Iss das jetzt, wenn du mich liebst und lese die Autorin sehr gern. Auf Schöne Scham war ich sehr gespannt, vor allem wegen des Themas.
Die Perspektiven der drei Freundinnen Ola, Kata und Amalia wechseln immer wieder innerhalb des Kapitels. Mich hat das beim Lesen ein bisschen gestresst, weil der Wechsel so schnell waren und da dass Buch nur zu kurz ich mich nicht so richtig einfinden konnte. Eventuell hätte ich Kata nicht unbedingt gebraucht, obwohl sie manchmal noch eine Außenperspektive für Ola geliefert hat. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen für mich Amalia und Christian, denn vor allem Christian weißt relativ problematischen Verhaltensweisen auf und die Beziehungsdynamik der beiden ist sehr ungesund. Die Szenen zwischen den beiden aus Amalias Sicht fand ich sehr schmerzhaft, denn es war klar, wie sie sich ihm angepasst hat. Ola, die selbst Single ist, scheint Christian ein wenig zu durchschauen, denn sie provoziert ihn immer wieder. Kata und Lenny haben eine gesunde Beziehung und bleiben für mich eher im Hintergrund. Das Ende hat mir gefallen, aber es kam dann relativ abrupt. Es fehlt mir insgesamt ein bisschen Spannungsbogen, obwohl es durch das Verhalten von Christian schon sehr negative Spannung gab und er eigentlich wie eine tickende Zeitbombe war.
FAZIT:
Der Titel von Schöne Scham spielt auf Giselé Pelicot an, die sagte „Scham muss die Seite wechseln“ und die Geschichte zeigt sehr gut auf, wie es dann trotzdem wieder die Frauen sind, die schambehaftet sind für ein fehlerhaftes Verhalten von Männern. Insgesamt war mir die Geschichte allerdings ein bisschen zu kurz.
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von FVA Verlag* über NetGalley* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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