Rezension „Verlassen“ – Eva Björg Aegisdottir

Kiwi Verlag* | Broschierte Ausgabe | Übersetzer:  Freyja Melsted | 352 Seiten | 17,00 € 

INHALT:

In der rauen und abgeschiedenen Landschaft der isländischen Halbinsel Snæfellsnes versammelt sich eine der reichsten und einflussreichsten Familien des Landes zu einer großen Feier. Die Snæbergs haben ein exklusives Designhotel gebucht, um den hundertsten Geburtstag ihres verstorbenen Patriarchen zu ehren. Doch die elegante Fassade des luxuriösen Rückzugsortes, umgeben von moosbedeckten Lavafeldern und dem Gletscherschatten des Snæfellsjökull, kann die tiefen Risse im Familiengefüge kaum verbergen. Statt festlicher Harmonie liegen alte Rivalitäten, Neid und unausgesprochene Geheimnisse in der eisigen Luft.

Als ein heftiger Schneesturm das Hotel von der Außenwelt abschneidet, steigt die Anspannung ins Unerträgliche. Die Isolation wird zur Falle, als ein Mitglied der Familie spurlos verschwindet und kurz darauf eine Leiche am Fuße einer Klippe entdeckt wird. War es ein tragischer Unfall im Unwetter oder eiskalter Mord? Während Kommissarin Elma von Akranes aus die Ermittlungen unterstützt, übernimmt der zufällig anwesende Kriminalpolizist Sævardie Ermittlungen und findet sich schnell in einem Netz aus Lügen und Verdrängung wieder. Jeder im Hotel ist verdächtig, denn jeder hat etwas zu verbergen.

MEINUNG:

Verlassen ist der vierte Teil der isländischen Krimi Reihe Mörderisches Island von Eva Björg Aegisdottir. Zeitlich gesehen spielt dieser Teil tatsächlich aber vor den anderen drei Teilen, denn Kommissarin Elma kommt dann geplant er nach Akranes zurück.

Die Snæbergs sind eine sehr große, bekannte und vor allem reiche Familie. Ich war ganz froh, dass dem Buch ein Stammbaum hinzugefügt ist, damit man erstmal durchsieht.  Es wird aus diversen Perspektiven geschrieben, aber es beschränkt sich auf drei Familienmitglieder. Wieder richtig schön beschrieben ist die kühle, dunkle und vor allem herbstliche Atmosphäre in Island. Dieses Mal sind wir im Western auf der Halbinsel Snæfellsnes, wo die Familie in ein Luxushotel abgestiegen ist, um den 100. Geburtstag des bereits verstorbenen Urgroßvaters zu feiern. Die Familienmitglieder sind eigentlich nicht wirklich sympathisch. Ich glaub, ich mochte Petra und ihre Tochter Lea noch am meisten, doch beide bedrückt etwas und das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist irgendwie angespannt, obwohl Lea ihre Mutter eigentlich dringend bräuchte. Die Autorin schafft es sehr gut in dieser beengten Situation gepaart mit dem Wetter eine düstere Spannung zu erzeugen, denn schnell war klar, dass irgendwas vor sich geht und sich auch etwas zuspitzt. 

Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen, denn es gibt immer mal wieder ein paar kurze Kapitel von den Ermittlern, die aber keine große Rolle einnehmen, Wie immer in den Krimis der Autorin nehmen die Opfer, Täter und deren Umfeld deutlich mehr Raum ein. Es ist klar, dass etwas passiert ist und mit weiterem Verlauf der Geschichte wird auch klar, wer darin verwickelt war und das eine Person stirbt. Mich hat ein bisschen der übermäßige Alkohol-und Drogenkonsum gestört, sowohl bei den Jugendlichen als auch den Erwachsenen. Vermutlich ist das schon realistisch, aber es fehlte vielleicht eine Einordnung.

FAZIT:

Verlassen fing für mich stark an, weil ich solche Familiengeschichten einfach liebe. Unter der herbstlich-düsteren Atmosphäre Island wird deutlich, dass in Familie Snæberg einiges vorgefallen ist. Die Auflösung/ den Showdown fand ich dann minimal schwächer. Insgesamt wohl mehr ein Spannungsroman als echter Krimi. Ich freue mich auf den nächsten Teil.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Kiwi Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Weitere Rezensionen:

Rezension „Verschwiegen“ – Eva Björg Aegisdottir

Rezension „Verlogen“– Eva Björg Aegisdottir

Rezension „Verborgen“ – Eva Björg Aegisdottir

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

 

Hinterlasse einen Kommentar