Blanvalet Verlag* | Übersetzer: Annika Krummacher | Broschierte Ausgabe | 401 Seiten | 17,00 €

INHALT:
Trelleborg, Südschweden, 1989: Polizeimeisterin Gunni Hilding wird überraschend vom Dezernat für Gewaltverbrechen rekrutiert. Doch die junge Beamtin fühlt sich der Aufgabe alles andere als gewachsen: Von ihren eigenen Eltern verstoßen, muss ausgerechnet Gunni ein Verbrechen aufdecken, das eine Familie zu zerreißen droht. Denn ein achtjähriges Kind ist spurlos im Wald verschwunden … Fünf Jahre später wiederholt sich ein ähnlicher Fall – Gunni sieht als Einzige eine Parallele. Und wenn sie recht hat, bedeutet das, dass ein gefährlicher Serientäter noch immer auf freiem Fuß ist.
MEINUNG:
Mattias Edvardsson ist bekannt für seinen Spannungsroman Die Lüge, wozu es auch die gleichnamige Netflix Serie gibt. Für mich ein skandinavischer Autor, mit dem man nichts falsch machen kann.
Ich musste mich erst ein wenig rein finden in die ganzen Namen der Protagonisten, weil es relativ viele männliche Personen sind, vor allem Väter mit Söhnen.
Normalerweise schätze ich die kurzen Kapitel in Krimis und Thrillern, aber ich muss sagen, hier waren mir drei Seiten in einem Kapitel irgendwie wirklich einfach zu kurz, zu mal die Erzählperspektive wechselt und so für meinen Geschmack für alle Personen zu wenig Platz war, um sie wirklich gut kennenzulernen. Natürlich erfahren wir einiges über die ermittelnde Hauptperson – Gunni, aber wenig über die anderen Charaktere. Gunni hat selbst eine interessante Vergangenheit, die nebenbei mit einfließt. Besonders bei Lola, die ihren Sohn verliert, hätte ich mir gerne noch mehr emotionale Tiefe gewünscht nach dem Verlust ihres Sohnes.
Eigentlich mag ich genau das an skandinavischer Spannungsliteratur – nämlich genau die richtige Mischung zwischen der Persönlichkeit der Ermittelnden und dem Fall. Hier ist es mir alles ein bisschen zu kurz gekommen. Es liest sich eher wie ein Drehbuch. Ich könnte es mir gut als Serie vorstellen.
Durch diesen Stil leidet für mich auch ein bisschen der Spannungsbogen. Dieser ist natürlich vorhanden unterschwellig, denn es gibt schon ein paar verdächtige Personen. Der Fall wird gelöst, aber die Wahl des Täters kann nicht ganz nachvollziehen. Ansonsten gibt es bzgl. Gunni noch einen Cliffhanger.
Was ich seltsamerweise kein bisschen gefühlt habe, sind irgendwelche großen Anzeichen dafür, dass der Krimi in 1980er spielt. Würde es nicht auf dem Klappentext stehen, hätte ich es kaum bemerkt. Allerdings finde ich das auch wenig relevant.
FAZIT:
Tatort Trelleborg war ein solider Auftakt, aber in meinen Augen wurde hier eindeutig Potential verschenkt. Es sind zu viele handelnde Personen und Sichten, die sich auf den Spannungsbogen und die Tiefe der Geschichte auswirken. Auch wenn es am Ende einen Cliffhanger gibt, weiß ich nicht, ob ich hier weiter lesen werde.
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Blanvalet Verlag* über LovelyBooks* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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