Rezension „Summer Girls, Band 1: Martina und die Sommersonneninsel“ – Martina Sahler & Heiko Wolz

Carlsen Verlag | Hardcover | 256 Seiten | 9,99 € | Amazon

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INHALT:

Sommer am Meer, Surfen und die erste Liebe:
Matilda, Emmy, Johanna und Merit leben auf der Insel. Sie sind die „Summer Girls“ und treffen sich meist bei Matilda, deren Vater eine Windsurfschule betreibt. Es ist Ferienbeginn, zahlreiche Anmeldungen flattern der Surfschule ins Haus. Es ist der erste Sommer, in dem die Mädchen auch die Jungs im Auge haben …

COVER:

DSC00901Das Cover versprüht förmlich das Gefühl nach Sommer, Meer und Sonne auf der Haut. Der Hintergrund zeigt das Meer mit Strand und Dünen und spiegelt damit genau den Ort der Handlung wieder, eine nicht namentlich genannte Insel, vermutlich in der Ostsee. Der Titel des Buches sowie die vielen kleinen Sommer- Symbole sind haptisch hervor gehoben. Trotz der Fülle an Farben, Symbolen und Schrift, wirkt das Cover nicht kitschig. Im Buchladen auf jeden Fall ein Hingucker.

MEINUNG:

Mathilda und ihre Freundinnen leben alle auf einer Insel, die im Roman nicht namentlich benannt wird. Da keine Rede von den Gezeiten ist, gehe ich davon aus, dass es sich um eine Ostsee-Insel handeln könnte. Den beiden Autoren ist es sehr gut gelungen, dass das Insel-Feeling spürbar ist und die Lust auf Meer, Sonne und Strand in einem geweckt wird.

Die Mädchen sind 14 bzw. 13 Jahren alt und genau für diese Zielgruppe ist das Buch auch vor allem gedacht. Ich möchte vor weg erwähnen, dass ich deutlich über der Zielgruppe liege und das Buch teilweise natürlich mit anderen Augen gelesen habe. Mathilda habe ich trotz ihrer 14 Jahre doch als sehr nachdenkliches und grübelndes Mädchen wahr genommen, das für ihr Alter schon sehr in den familiären Betrieb der Windsurfschule eingebunden ist. Beides Punkte, die mir besonders aufgefallen sind und die mich zum Teil gestört haben.

Mit ihren 14 Jahren arbeitet Mathilda bereits im familiären Betrieb und die Erwartungen, besonders von ihrem Vater und ihrem Onkel, habe ich insgesamt als ziemlich hoch wahrgenommen. Auch wenn Mathilda gerne Windsurfen unterrichtet, hätte ich mir gewünscht, dass sie hier mehr Freiräume eingeräumt bekommt. Mit Argusaugen wird Mathilda auch wegen ihres Temperaments  von ihrer Familie beobachtet und auch dafür gerügt. Ich finde, dass hier schnell der Eindruck entsteht, dass man sich immer ruhig, besonnen und erwachsen verhalten muss. Natürlich ist Mathildas Verhalten impulsiv und sie reagiert nicht angemessen, aber in Anbetracht des Alters finde ich da jetzt nichts Verwerfliches. Niemand ist doch perfekt.

Mathilda lernt in diesem Band Lasse kennen und es wird schnell deutlich, dass auf beiden Seiten Interesse besteht. Mit einer Vehemenz versucht sich Mathilda dagegen zu wehren und macht sich fast die ganze Zeit darüber Gedanken. Warum Mathilda dabei so große Bedenken hat, wird im Verlauf noch deutlich und war für mich auch nachvollziehbar. Dennoch fand ich es wieder mal für ihr Alter etwas zu übertrieben. In dem Alter habe ich mir nicht solche Gedanken gemacht. Manchmal klang es so als hätte sie schon so einige Erfahrungen hinter sich, was ich mir eher weniger vorstellen kann.

Dieser Band wird stark fokussiert durch die Streitigkeiten zwischen Mathilda und ihrer Cousine Valerie sowieso der Anbahnung zwischen Mathilda und Lasse. Mir kam hier die Mädelsclique, Summer Girls, ein wenig zu kurz. Es gab durchaus eine bestimmte Situation zwischen zwei Mädchen, die einen möglichen Konflikt hätten bedeuten können. Leider handelt es sich hierbei nur um einen ersten Band, wie ich während des Lesens herausgefunden habe. Das hat man leider auch ganz deutlich gemerkt. Der Band umfasst gerade mal die erste Ferienwoche.

Mir fehlte es hier an einer gewissen Leichtigkeit, die ich in diesem Alter erwarten würde sowie immer mal wieder kleinere, eher unbedeutende Konfliktsituationen, die für dieses Alter normal sind und die schnell wieder geklärt werden. Mathildas Gedankenkarussell bzgl. ihrer Gefühle für Lasse, den sie ja eigentlich kaum kennt, haben mich manchmal eher an einen New Adult Roman denken lassen. Doch in denen sind die Protagonistinnen deutlich älter.

FAZIT:

Ganz sicher bin ich für diesen Roman nicht die bevorzugte Zielgruppe, aber dennoch hat es mir hier einfach an einer gewissen jugendlichen Leichtigkeit und der Fokussierung auf die Mädelsfreundschaft gefehlt. Nicht auszuschließen, dass das in den folgenden Bänden noch stärker zum Tragen kommt. Leider erscheint der zweite Band erst 2017. Auf jeden Fall kam das Insel-Feeling bei mir auf und hat Lust gemacht sofort ins Auto zu steigen und ans Meer zu fahren.

Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Das Rezensionsexemplar wurde mir freundlicherweise vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Ein Gedanke zu “Rezension „Summer Girls, Band 1: Martina und die Sommersonneninsel“ – Martina Sahler & Heiko Wolz

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