Rezension „Nie wieder zurück“ – Vivan Vande Velde

ivi Verlag | Broschur | 208 Seiten | 12,99 € | Amazon

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INHALT:

Zoe ist anders als alle anderen. Sie hat die besondere Fähigkeit, die Zeit zurückdrehen und dadurch das Geschehene verändern zu können. Als sie bei einem Bankraub miterleben muss, dass ein Mann erschossen wird – ausgerechnet der gut aussehende junge Mann, der ihr nur wenige Minuten zuvor in einer schwierigen Situation beigestanden hat – entschließt sie sich dazu, ihn zu retten. Doch ihre Gabe kommt nicht ohne Einschränkungen. Zoe kann nur 23 Minuten in der Zeit zurückspringen, und oft verschlimmert sich die Situation durch ihr Eingreifen. Zoes Entschluss könnte in einer Katastrophe enden. Und er bringt sie in große Gefahr. Denn er lenkt die Aufmerksamkeit des Bankräubers auf sie.

MEINUNG:

Ich war sehr gespannt auf diesen Roman, da ich gerne Zeitreise-Romane lese. Als das Buch dann bei mir Zuhause ankam, war über dessen geringe Seitenanzahl dann doch etwas überrascht.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Zoe geschrieben und umfasst 14 Kapitel. Zehn Mal kann Zoe die Zeit zurück drehen und hat dann 23 Minuten Zeit, die Vergangenheit so zu verändern, dass es für sie passt und möglichst wenig Menschen zu Schaden kommen. Man ist sofort mitten im Geschehen und Zoe ersten Versuch, den Bankraub und den Tod von weiteren Menschen zu verhindern. Es war für mich nicht ganz klar, ob sie vorn herein wusste, dass das passieren wird oder ob sie zufällig in die Situation herein gerutscht ist. Es ist auch nicht ganz klar, woher sie die Fähigkeit hat in der Zeit zu Reisen bzw. ob es nicht vielleicht auch nur eine Einbildung von ihr ist.

Zoe ist ungewöhnliches, aber trotzdem ein normales Mädchen. Wir haben hier keine allmächtige Superheldin, die in der Zeit reisen kann, wie es ihr beliebt, sondern die Zeit und die Versuche sind begrenzt. Familiär gesehen hat sie nicht viel Glück und wächst in einer Jugendeinrichtung auf. Für mich wirkte sie ganze Zeit sehr verloren, was auch mein Mitleid geweckt hat. Auf Grund der Kürze des Buches fehlte mir Zeit einen richtigen Draht zu ihr aufzubauen. Auch Daniel (der Bank-Kunde) fand ich sympathisch, da er Zoe sofort geholfen hat und ihre Geschichte als Zeitreisende nie in Frage gestellt, aber auch er blieb ein wenig blass. Als sich zwischen den beiden eine Art Beziehung zueinander entwickelt, ist das Buch leider schon zu Ende gewesen.

Zu Beginn hatte ich etwas Angst, dass ich jetzt zehn Mal immer wieder das Geschehen der 23 Minuten lesen müsste, aber an sich ist nur der Anfang immer gleich. Zoe optimiert ihre Versuche mit Wissen aus den vorherigen und so nimmt die Geschichte immer einen anderen Verlauf. Damit ist der Roman spannend, aber trotzdem kein richtiger Thriller. Das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen, ist aber dennoch nicht trivial geschrieben. Man merkt deutlich, dass Autorin im Schreiben Erfahrung hat. Ich hatte das Buch innerhalb eines Tages durch.

Der Roman beleuchtet auch den Aspekt, der auch Thema von Terror von Ferdinand von Schirach ist. Sollte man ein Leben riskieren, um dafür mehrere andere retten zu können? Wer hat das Recht darüber zu entscheiden? In dem Fall entscheidet Zoe mit ihren Handlungen darüber und damit lastet eine schwere Verantwortung auf ihr. Es ist spürbar, was das für eine Belastung für sie ist und sie setzt mich diesem Thema auch ein wenig auseinander. Das verleiht dem Buch eine gewisse Tiefe und lässt es zu, sich selbst darüber Gedanken zu machen. Das gefiel mir sehr gut.

 FAZIT:

Ein ungewöhnlicher Aufbau eines Zeitreise-Romans, der anders ist als andere Bücher dieses Genres, der aber noch mehr Seiten hätte vertragen können. Leider bleibt der Roman etwas hinter seinen Möglichkeiten. Potential war definitiv vorhanden! Es lohnt sich aber dort mal einen Blick reinzuwerfen.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom ivi Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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