Rezension „Das Haus der Verlassenen“ – Emily Gunnis

Heyne Verlag* | Gebundene Ausgabe | Übersetzer: Carola Fischer | 400 Seiten | 20,00 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Sussex, 1956. Als die junge Ivy Jenkins schwanger wird, schickt ihr liebloser Stiefvater sie fort – ins St. Margaret’s Heim für ledige Mütter. Sie wird den düsteren, berüchtigten Klosterbau nie mehr verlassen …

Sechzig Jahre später stößt die Journalistin Sam in der Wohnung ihrer Großeltern auf einen flehentlichen Brief Ivys. Er ist an den Vater ihres Kindes adressiert – aber wie ist er in den Besitz von Sams Großvater gelangt? Sam beginnt die schreckliche Geschichte von St. Margaret’s zu recherchieren. Dabei stößt sie auf finstere Geheimnisse, die eine blutige Spur bis in die Gegenwart ziehen. Und die tief verstrickt sind mit ihrer eigenen Familiengeschichte.

MEINUNG:

Bereits in Zeit der Schwalben von Nikola Scott ist mir das dunkle Kapitel in der britischen Geschichte um die Heime für ledige Mütter begegnet. Das Haus der Verlassenen geht noch viel weiter und tiefer in die Geschehnisse der damaligen Zeit.

Das Buch spielt auf mehreren Zeitebenen, die nicht immer ganz zeitlich stringent aufgebaut, sondern eher inhaltlich aufeinander aufbauen. Findet z.B. eine Person in der Gegenwart etwas heraus, so folgt dann das Kapitel aus der Vergangenheit dazu und erzählt die Geschehnisse so aus erster Hand. Wir begleiten vor allem Ivy durch ihre viele Briefe, die sie an den Vater ihres ungeborenen Kindes schreibt. Dann ist da noch Samantha, eine junge Journalistin, deren Großmutter die Briefe von Ivy aus dem angeblichen Nachlass des Großvaters besitzt. Außerdem gibt es da noch Kitty, in der Gegenwart eine bekannte Fernsehmoderatorin und in der Vergangenheit ein junges Mädchen.

Mir fiel es zunächst nicht so leicht richtig durchzusehen zwischen den ganzen Namen. Das ist eine Angewohnheit aus dem vielen Thriller lesen. Ich suche immer sofort die ganzen Zusammenhänge. Hier muss man aber der Geschichte etwas Zeit geben. Ich war dennoch lange verwirrt, wie die Frauen alle miteinander, vor allem in der Vergangenheit, zusammenhängen.

Was in diesen Heimen passiert ist, ist unfassbar, unfassbar grausam und das alles durchgeführt von gottesfürchtigen Frauen, die junge, verzweifelte Frauen und vor allem unschuldigen Babys und Kinder physisch und psychisch zum Teil zu Tode bringen, ohne ein Funken Mitleid zu haben. Aus heutiger Sicht ist das unvorstellbar und auch damals gab es zum Teil schon Mittel und Wege jungen Müttern anders zu helfen, aber natürlich hatten sie keine Kenntnis davon. Die Autorin schildert alles, was dort passiert ist, beruhend auf wahren Begebenheiten, mit einer solcher Heftigkeit, dass ich das Buch immer mal wieder weglegen musste. Die Hoffnungs- und Ausweglosigkeit tropfte auch durch jede Seite und machte mir das Lesen und Mögen manchmal schwer, auch wenn es eben genauso geschehen ist. Frauen in der damaligen Zeit hatten einfach keine Möglichkeit ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

FAZIT:

Für Das Haus der Verlassenen muss man wirklich starke Nerven haben und einiges abkönnen, denn die Autorin erzählt die Grausamkeiten in dem Heim für ledige Mütter in aller Deutlich- und Hoffnungslosigkeit. Es ist eine wichtige Geschichte, denn diese Dinge müssen erzählt werden, aber ich diese Grausamkeiten an den jungen Frauen nicht gerne gelesen. Allein dadurch trägt sich die Geschichte auch nicht so richtig. Die fiktive Handlung war für mich noch ausbaubar.

Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Heyne Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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