Rezension „Otto“ – Dana von Suffrin

Kiepenheuer & Witsch Verlag* |Gebundene Ausgabe | 240 Seiten | 20,00 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Für sein Umfeld war Otto, der pensionierte Ingenieur, schon immer eine Heimsuchung. Aber als er aus dem Krankenhaus zurückkehrt, ist alles noch viel schlimmer. Nach wie vor ist er aufbrausend, manipulativ, distanzlos und von wahnwitzigen Einfällen beseelt – aber jetzt ist er auch noch pflegebedürftig. Seinen erwachsenen Töchtern macht er unmissverständlich klar: Ich verlange, dass ihr für mich da seid. Und zwar immer! Für Timna und Babi beginnt ein Jahr voller unerwarteter Herausforderungen, aber auch der Begegnung mit der eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte, die so schräg ist, dass Außenstehende nur den Kopf schütteln können. Klug, liebevoll und mit sehr viel schwarzem Humor erzählt Dana von Suffrin, wie Timna versucht, ihre dysfunktionale Familie zusammenzuhalten, ohne selbst vor die Hunde zu gehen. »Otto« ist Hommage und zugleich eine Abrechnung mit einem Mann, in dessen jüdischer Biografie sämtliche Abgründe des 20. Jahrhunderts aufscheinen.

MEINUNG:

Ich habe die Autorin auf der letzten Frankfurter Buchmesse bei einem vom Verlag organisierten Frühstück kennen gelernt und mochte ihre Art zu erzählen sehr gern, so dass mich auch ihr Roman Otto neugierig gemacht hat. Bei dem Titel dachte ich zunächst es ist ein historischer Roman über eine historische Person, z.B. Otto von Bismarck.

Wie der Titel es verrät, geht es um Otto. Otto hat zwei erwachsenen Töchter, Timna und Babi. Otto ist rumänischer Jude und lebt in der Nähe von München und Otto ist krank. Von Timna konnte ich mir noch ein recht gutes Bild machen, aber ihre Schwester Babi bliebt für mich relativ farblos. Die Geschichte wird zwar aus Timnas Sicht erzählt, aber Otto ist die Person, um die es wirklich geht. Aus Timnas Rückblicken erfährt man, dass Otto schon ziemlich speziell ist und die Töchter nicht immer die Möglichkeit hat eine normale Kindheit zu führen.

Allerdings ist die Mutter der beiden, von der Otto getrennt ist, ebenso verrückt gewesen. Verrückt sein ist hier aber auf eine liebevolle Art und Weise gemeint. Ich fand es häufig sehr lustig und bin der Meinung, dass die Familie trotzdem einiges für einander übrighat. Mir fällt es fast schwer diese Familie als dysfunktional zu beschreiben. Sie funktionierte zwar nicht mehr in der Konstellation Mutter, Vater und zwei Kinder, aber die Eltern getrennt mit jeweils den Kindern funktioniert schon recht gut.

Die Geschichte springt immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Anfänglich war das ein wenig unstrukturiert und ich wusste nicht so richtig, wo die Geschichte hinsteuern wollte. In der zweiten Hälfte wird es und man erfährt auch mehr aus Ottos Vergangenheit. Anlass für den Rückblick ist sicher die schwere Krankheit von Otto und das Bewusstsein dafür, dass Otto die Welt bald verlassen wird. Das wird zwar nie so direkt erwähnt, aber dem Leser ist es klar. Ich empfand es auch so, dass die beiden Schwestern noch nicht 100%-ig auf eigenen Beinen stehen können, obwohl sie alt genug sind.

FAZIT:

Otto hatte für mich am Anfang noch ein paar Findungsschwierigkeiten, d.h. mir fehlte noch ein bisschen die Struktur in der Erzählung. Gegen Ende hin wird es allerdings besser. Die Autorin ist für mich vielversprechend und ich lese gerne einen weiteren Roman von ihr.

Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Kiwi Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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Ein Kommentar zu „Rezension „Otto“ – Dana von Suffrin

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