Goldmann Verlag* | Paperback | Übersetzer: Stefanie Retterbush | 448 Seiten | 16,00 € | Amazon* und im örtlichen Buchhandel

INHALT:
Seit mehr als drei Jahren hat Meredith ihr Haus nicht verlassen. Über das Warum – über das, was vor 1.214 Tagen geschah – spricht sie mit niemandem. Denn eigentlich ist doch alles in Ordnung: Sie arbeitet erfolgreich von zu Hause, bruncht am Küchentisch mit ihrer besten Freundin, liest in ihrem gemütlichen Ohrensessel und kocht Pasta Puttanesca. Aber dann tritt Tom in ihr Leben, und Meredith muss zugeben, dass sie nicht so glücklich ist wie sie vorgibt. Doch gerade als sie beginnt, sich Tom zu öffnen, holt ihre Vergangenheit sie schlagartig ein. Und Meredith begreift: Um wirklich zu leben, braucht es viel mehr als einen Schritt vor die Haustür …
MEINUNG:
Irgendwie bin ich Und morgen ein neuer Tag wegen dem Cover aufmerksam geworden, weil es für mich etwas gegensätzlich zum Klappentext ist. Normalerweise sind solche Bücher deutlich düsterer gestaltet.
Der Inhalt von Und morgen ein neuer Tag passt eigentlich gar nicht zum dem schönen rosa Cover von dem Buch. Es werden hier einige Themen verarbeitet, die einer Triggerwarnung bedürfen. Meredith ist etwas geschehen, was sie so stark traumatisiert hat, dass sie seit über 3 Jahren das Haus nicht verlassen hat. Ihr Leben findet komplett in ihrem kleinen Haus statt. Arbeiten tut remote von Zuhause. Ihre beste Freundin besucht sie Zuhause und dann ist da natürlich noch ihr geliebter Kater. Meredith gelangt an einen Punkt, wo sie zaghaft neue Beziehungen knüpft und beginnt zu kämpfen, um wieder am Leben außerhalb ihres Hauses teilnehmen zu können.
Es ist relativ klar, dass Meredith keine einfach Kindheit gehabt hat. Die Kapitel in der Gegenwart wechseln sich immer mit denen aus der Vergangenheit ab. Sie hat noch eine ältere Schwester, Fiona, zu der das Verhältnis eigentlich bis zu einem gewissen Punkt immer sehr innig war. Die beiden hatten immer sich, denn die Mutter der beiden ist sehr schwierig. Sie hat viel mit sich selbst zu kämpfen und übt aber immer wieder auch emotionale Gewalt auf die beiden Schwestern aus. Vieles fand ich wirklich schwierig zu lesen, weil die Mutter immer wie ein brodelndes Fass war, was jederzeit explodieren konnte. Viele Liebe und körperliche Zuwendung haben beide nicht von ihr erfahren. Der Vater der beiden glänzt durch Abwesenheit, wofür die Mutter unter anderem Meredith die Schuld gibt. Vor allem ihr gibt sie immer wieder das Gefühl nichts wert zu sein. Meredith war froh, früh das Elternhaus verlassen zu können.
Eigentlich ist erstaunlich, dass Meredith dann trotzdem irgendwie einen Weg für sich gefunden hat, wenn man mal davon absieht, dass sie das Haus nicht mehr verlässt. Daran ist allerdings nicht das Verhältnis zu Mutter schuld. Natürlich habe ich versucht herauszufinden, was Meredith zugestoßen sein könnte. Relativ schnell hatte ich eine Ahnung und es hat mich erschüttert. Vor allem hat mich erschüttert, dass Meredith nach dem Vorfall, auf den ich hier nicht näher eingehen möchte, keinen Rückhalt von ihrer Schwester bekommen hat. Vermutlich ein Fakt, der sie in so eine große Krise gestürzt hat. Mir hat gut gefallen, dass in dem Buch keine wirklich erzwungene Liebesgeschichte gibt, die den Tenor hat – Liebe kann alles heilen.
FAZIT:
In der Und morgen ein neuer Tag verfolgen wir, wie Meredith versucht sich wieder zurück ins Leben außerhalb ihres Hauses zu kämpfen. Dabei erlebt sie immer wieder Rückschläge, aber sie lernt, dass sie auch nicht so allein ist, wie glaubt. Für mich hätte es von der Story irgendwie ein bisschen mehr sein können, aber Fokus liegt klar auf Meredith‘ Weg zurück ins Leben.
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Goldmann Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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Ein Kommentar zu „Rezension „Und morgen ein neuer Tag“ – Claire Alexander“