Pola Verlag* | Broschierte Ausgabe | Übersetzung: Wiebke Pilz | 354 Seiten | 18,00 €

INHALT:
Yael hat Nein gesagt. Nein zum Leben. Nun soll sie lernen, Ja zu sagen. Dabei will sie nur, dass man sie in Ruhe lässt. Denn sie sieht keinen Grund, Ja zu sagen. Wozu auch immer. Doch ihre Schwester lässt nicht locker. Deshalb sucht Yael nach Gründen, für die es sich zu leben lohnt, und sie findet sie dort, wo sie sie niemals vermutet hätte: in einer unkonventionellen neuen Freundschaft, sehr, sehr vielen Smoothies, trashiger Erotikliteratur, beim Meeresschwimmen vor Sonnenaufgang … und immer wieder in der tiefen Bindung zu ihrer Schwester.
MEINUNG:
Ich bin nach The Freedom Clause und Was uns zusammenhält einfach Fan vom Pola Verlag und es war für mich klar, dass ich so viele Bücher, wie möglich lese möchte von dem Verlag. Gute Gründe ist nun also mein dritte Buch aus dem Verlag.
Yael ist mir sofort sehr ans Herz gewachsen. Die Autorin hat für Yael viele schwere Schicksalsschläge im Gepäck für Yael, wie der frühe Tod der Eltern, eine toxische Beziehung zu einem Mann und der Selbstmordversuch am Anfang des Romans, der aus ihrer Depression entstanden ist. Ich war sehr froh, dass Yael so viel Humor und Selbstironie hatte, denn sonst wäre eine sehr schwere Lektüre geworden. Trotzdem hat das Buch eine melancholische Grundstimmung. Wir begleiten Yael, wie sie versucht ins Leben zurück zu finden. Ich war irgendwie froh für sie, dass sie scheinbar wirtschaftlich abgesichert zu sein schien, denn die Arbeitsunfähigkeit in diesem Stadium führt oft zu weiteren Ängsten um die eigene Existenz. Ich fand die Darstellung von Yaels Erkrankung authentisch. Es gibt immer wieder ein auf und ab. Ich war sehr froh, dass sie zumindest in ihrer Schwester, ihrem Mann und den drei Kindern sehr enge Bezugsperson hat, die sie versuchen aufzufangen. Mit der Schwester hatte ich allerdings auch Mitleid, da sie auch Yael fast verloren hatte. Die Schwesternbeziehung eine zentrale Beziehung in dieser Geschichte.
Einen großen Teil nehmen auch die Eltern der beiden ein. Man bekommt Einblick in das jüdische Leben. Zunächst ist nicht ganz klar, wann sie verstorben sind, aber nach und nach wird klar, dass die beiden Schwestern hier auch ein hartes Schicksal getroffen hat. Es gibt immer wieder Rückblicke, t.w. fragmentarisch gehalten. So bekommt man auch mit, dass Yael eine schwierige, toxische Beziehung hinter sich hatte, die eventuell auch noch ihr übriges zu ihrem Zustand dazu beigetragen hat. Beim Lesen muss ein bisschen am Ball bleiben mit den Zeitsprüngen, aber für mich laß sich das Buch zu jeder Zeit flüssig. Ich mochte es sehr, dass Yael jeden Tag ins Schwimmbad gegangen ist, so habe ich mir immer einen sonnigen, warmen Tag vorgestellt als Kontrast zu den vielen schweren Themen.
FAZIT:
Gute Gründe ist nun schon das dritte Buch aus dem Pola Verlag, welches mich wieder begeistert hat. Es ist keine leichte Geschichten, aber dennoch voller liebenswerter Personen, einer tollen Schwesternbeziehung und einer Protagonistin mit Humor.
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Pola Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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