Rezension „Yesteryear“ – Caro Claire Burke

Heyne Verlag* | Übersetzer: Dietlind Falk, Lisa Kögeböhn | Gebundene Ausgabe | 465 Seiten | 24,00 € 

INHALT:

Natalie Heller Mills hat alles: eine malerisch renovierte Farm, fünf Kinder, die um ihre Liebe buhlen, und einen Mann, der in Cowboystiefeln immerhin eine gute Figur abgibt. Vom Sauerteig bis zur Kindererziehung, nichts scheint ihr zu misslingen. Kein Wunder also, dass Millionen von Menschen ihr folgen, ihre Videos schauen, ihre Bilder anklicken. Sie gibt ihnen das, was sie wollen: eine heile Welt. Skandale werden unter den Teppich gekehrt, da, wo sie hingehören.

Doch eines Tages wacht Natalie auf und sieht sich mit einer unbequemen Frage konfrontiert: Was wäre, wenn sie keine Nannys beschäftigen könnte, es keine helfenden Hände auf der Farm gäbe, kein Produktionsteam? Was wäre, wenn sie auf einmal das Leben führen müsste, das sie immer vorgetäuscht hat?

MEINUNG:

Yesteryear ist ein Buch in diesem Jahr, um das man wohl nur schwer drum herum kommt. Ich konnte mich dem Buch auch nicht entziehen.

Es gibt zwei Erzählebenen – eine der jetzigen Zeit und eine, in der sich Natalie scheinbar in einer parallelen, vergangenen Welt befindet, in der einiges gleich ist, aber anders auch nicht. Der Autorin gelingt ausgesprochen geschickt diese beiden Teil miteinander zu verstricken und dann auch Natalies Geschichte (zB wie hat sie Caleb kennen gelernt etc.) miteinander zu verweben. Mit der Auflösung der Situation habe ich so nicht gerechnet. Ich habe mir beim Lesen aber auch weniger Gedanken drum gemacht. Und nicht nur die Erzählweise gelingt der Autorin gut, sondern auch die vielen, vielen gesellschaftskritischen Themen mit einzubinden, denn es gibt durchaus eine Menge, was man von zwei Seiten betrachten kann. Natalie ist eine kluge, scharfsinnige Frau in vielen Themen, die vor allem gerne uns Feministinnen in Frage stellt. Ich kann nicht verhehlen, dass sie da manchmal einen Nerv getroffen hat bei mir. Natürlich geht auch auch um das Vermarkten ihres Lebens (und das ihrer Kinder) und ihre Rolle als Influencerin.

Natalie Heller Mills ist keine besonders sympathische Protagonistin, aber das muss ich meinen Augen auch nicht sein. Ich habe mich über viele Strecken in diesem Buch auch gut unterhalten gefühlt, vor allem weil sie oft anders dachte als was sie gesagt hat. Ich konnte das sehr gut nachfühlen und das machte sie nahbar, auch wenn ich mich mit ihr sonst nicht identifizieren konnte.

In der Mitte gibt es paar Längen, aber man arbeitet schon auf die Wendung hin. Das Ende fand ich wirklich hart, aber auch absolut realistisch. Die Wendung, die dann kommt und beide Welten erklärt, habe ich so nicht kommen sehen und sie passt so gut. Die Autorin hat mich nach dem größten Teil doch streckenweisen amüsanten, überzogenen Buch wieder auf den Boden der Tatsachen geholt und das war auch absolut notwendig, denn immerhin geht es hier vor allem auch um Nathalies Kinder. Das Ende hat mich sehr mitgenommen und es wird mir im Gedächtnis bleiben. 

FAZIT:

Yesteryear ist ein Buch, welches so nicht oft geschrieben wird, meiner Meinung nach. Es hat definitiv Schwächen, eine schreckliche Protagonistin, aber lange habe ich kein Buch gelesen, welches so viele Themen aus unserer Gesellschaft so geschickt verpackt und am Ende eine runde Geschichte macht, die mich über viele Strecken auch wirklich gut unterhalten hat.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Heyne Verlag* über zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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