Kurz-Rezension „Pina fällt aus“ – Vera Zischke

List Verlag* | Gebundene Ausgabe | 305 Seiten | 21,99 € 

INHALT:

Als Pina mitten auf der Straßenkreuzung zusammenbricht, hat sie nur einen Gedanken: Wer kümmert sich jetzt um Leo? Ihr Sohn ist zwanzig Jahre alt und lebt in seiner eigenen Welt, die außer ihm nur Pina kennt. Morgens verlässt er das Bett erst, wenn eine grüne Blase in seiner Lavalampe aufsteigt. Wenn er Treppen geht, dann in seinem eigenen Rhythmus: immer zwei Schritte vor und einen Schritt zurück.

Die übrigen Hausbewohner verstehen den merkwürdigen Jungen nicht. Die sechzehnjährige Schulabbrecherin Zola, der resignierte Einsiedler Wojtek und die lebensmüde Seniorin Inge haben mit sich selbst schon genug zu tun. Doch jetzt liegt Pina auf der Intensivstation und Leo ist zum ersten Mal allein in der Wohnung. Die Nachbarn sind in Schockstarre. Sie können doch wohl nicht zuständig sein! Aber Leo braucht sie. Und während diese ungewöhnliche Truppe durch einen völlig neuen Alltag stolpert, realisiert jeder Einzelne von ihnen: Sie brauchen Leo auch. 

MEINUNG:

Nach meinem absoluten Highlightbuch Ava liebt noch habe ich mich sehr auf das neue Buch von Vera Zischke gefreut.

Pina fällt aus ist nun ein ganz anderes Roman mit einem ganz anderen Thema. Wie der Name des Romans schon sagt, fällt Pina aus. Es wäre alles nicht so schlimm, wenn Pina nicht pflegende Angehörige von ihrem Sohn Leo, der 20 Jahre alt ist, wäre. Pina kümmert sich praktisch allein um Leo und die Katastrophe passiert als Pina zusammenbricht und für lange Zeit ins Krankenhaus muss.

Pinas Hausgemeinschaft, allen voran Inga, Zola und Wojtek, fangen an sich um Leo zu kümmern, auch wenn dies am Anfang schwierig ist. Auch die Drei habe so ihre Päckchen zu tragen, aber über die Verbindung zu Leo tun sie sich auch selbst etwas Gutes, in dem zusammenwachsen und auch in ihrem eigenen Leben sich Dinge verändern.

Leo ist junger Mann mit besonderen Bedürfnissen, der für immer auf die Hilfe anderer angewiesen sein wird. Vera Zischke zeigt sehr berührend und ehrlich auf, dass so jemand aber auch Teil unserer Gesellschaft ist und dass dies wichtig ist für Teilhabe und Inklusion. Gleichermaßen ist es auch für den Rest der Gesellschaft wichtig. Solche Personen dürfen nicht irgendwohin „abgeschoben“ werden, wo sie keiner sieht. Sie haben ein Recht auf ein möglichst eigenbestimmtes und menschenwürdiges Leben. Genau diese Botschaft wird hier sehr gut vermittelt.

FAZIT:

Pina fällt aus ist ein sehr berührender und vor allem wichtiger Roman über Inklusion und Teilhabe von Menschen, die wie Leo sind. Für mich war irgendwie zum Lesezeitpunkt nicht das richtige Buch, aber ich mochte es trotzdem, eben weil es so ein wichtiges Thema ist, was dringend mehr Aufmerksamkeit benötigt.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von List Verlag* über Netgalley* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

 

Hinterlasse einen Kommentar