Rezension „Britt-Marie war hier“von Fredrik Backman

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Fischer Krüger Verlag/ Hardcover/ 384 Seiten/ 19,99 €/ Amazon/ Verlagsseite

INHALT:

Britt-Marie hat ihr Leben lang gewartet, dass ihr Leben endlich anfängt. Andere sagen, sie sei pedantisch, aber sie will doch nur, dass alles schön und ordentlich ist. Nach vierzig Jahren hat sie ihren Mann verlassen und sucht einen Job. Borg ist ein Ort, in den eine Straße hinein- und wieder hinausführt. Arbeit gibt es hier schon lange nicht mehr. Das Einzige, was den Kindern und Erwachsenen geblieben ist, ist die Begeisterung für Fußball. Wofür Britt-Marie nun wirklich kein Verständnis hat …

COVER:

Das Cover des Buches passt sich nahtlos an die beiden bereits erschienen Bücher von Frederik Backman an. Auf den ersten Blick ist klar, dass sich um Fussball handeln wird und natürlich um Britt-Marie. Ihre Haltung auf dem Cover lässt erahnen, dass mit Britt-Marie nicht zu spaßen ist. Hier habe ich tatsächlich eine sehr engstirnige, teils verbitterte Frau erwartet, aber der Roman hat mich komplett überrascht.

MEINUNG:

Britt-Marie ist bereits 63 Jahre alt, aber man merkt keinerlei typische großmütterliche Seiten an ihr, die man dem Alter vielleicht erwarten könnte. Britt-Marie liebt Putzen und das Besteck muss in der richtigen Reihenfolge angeordnet sein, ja, aber hinter ihrer pedantischen, teils schon zwanghaften Abläufen und festen Ritualen, steckt weitaus mehr dahinter. Der Roman gewährt uns einen Einblick in die Entwicklung und Vergangenheit von Britt-Marie, aus dem schnell klar wird, dass sie ihren einzigen Halt, ihre Schwester früh verloren hat. Eine Schwester, die Britt-Marie gesehen und wahrgenommen hat. Es wird auch deutlich, dass Britt-Marie vor allem wichtig ist, was die Leute über ihren Liebsten, denken und nicht über sie direkt. Britt-Marie hat ein großes Herz und ganz langsam tastet sie sich im Roman voran, auch mal abseits ihrer Handlungsmuster neue Wege zu beschreiten. Dabei verfolgt sie der Leser oft mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Dem Roman gelingt neben vielen Skurrilitäten und Schmunzlern, auch ernste Themen mit aufzugreifen, wie Tod, Arbeitslosigkeit, Gewalt in Familie und vor allem dem stetigen Zerfall von kleineren Dörfern. Ganz deutlich wird hier außerdem die Liebe zum Fußball. Die Liebe zu einem Verein wird als Symbol für eine zwischenmenschliche Beziehung und das Leben aufgegriffen. Auch für jeden Nicht-Fußballfan ist die Liebe und Leidenschaft deutlich spürbar. Der Roman vermittelt hier auf eine ganz außergewöhnliche Art und Weise, dass Fußball Teil unseres Lebens ist und das es das ist, was bleibt, wenn im Leben wichtige Dinge verloren gehen.

Die Einwohner Borgs machen neben Britt-Marie ganz besonders den Charme des Buches aus. Natürlich gibt es einige Reibereien am Anfang, doch sind diese niemals von Boshaftigkeit und Vorurteilen geprägt, sondern man akzeptiert vor allem Britt-Marie wie sie ist. Im Verlaufe des Romans wachsen einem auch die Bewohner des Dörfchens immer mehr an Herz, weil jeder hier seine besonderen Eigenschaften hat.

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FAZIT:

Hinter dem Buch steckt weitaus mehr als das bunte Cover und der Klappentext mich vermuten ließen. Man bekommt hier eine humorvolle Geschichte, die auch ihre ernsten Seiten satt. Frederik Backman gelingt es hier immer die Waagschale zu halten. Nie wirkt der Roman überzogen, sondern berührt einen direkt am Herzen. Dafür verantwortlich sind auf jeden Fall die Protagonisten und deren Umgang miteinander.

Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

Hierbei handelte es sich um ein Rezensionsexemplar von Lovelybooks.de. Vielen Dank dafür!

Ein Gedanke zu “Rezension „Britt-Marie war hier“von Fredrik Backman

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