Rezension „Niemand verschwindet einfach so“ – Catherine Lacey

Aufbau Verlag* | Gebundene Ausgabe | 266 Seiten | 22,00 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Sie hat geheiratet und versucht, ein normales Leben zu führen, eine normale Beziehung zu haben, sich wie ein normaler Mensch zu fühlen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, Ambitionen zu entwickeln. Doch es ist ihr nicht gelungen.
Als sie verschwindet, hinterlässt sie keinen Abschiedsbrief und keine Erklärung. In Neuseeland angekommen, lässt sie sich blind treiben. Und gerät dabei immer weiter hinein ins Herz aus Finsternis.

 

MEINUNG:

Ich glaube, dass ich mich selten so schwergetan habe, wie mit diesem Buch. Das Lesen war wirklich ein Kampf. Es ist definitiv kein Buch, welches man mal eben so weg liest, obwohl es verhältnismäßig dünn ist. Mehr als 50 Seiten konnte ich nicht am Stück lesen. Zum einen lag es an den sehr langen, komplexen Sätzen. Die Autorin verliert sich immer wieder ganz tief in den Gedankenstrudel von Protagonistin Elyria. Einerseits macht es das Lesen schwer. Meine Gedanken schweiften immer wieder ab. Andererseits ist es schriftstellerisch eine hohe Kunst.

Elyria ist eine schwierige Protagonistin, zu der es mir schwer fiel einen Zugang zu finden. Elyria verlässt ohne ein Wort zu sagen die USA und fährt nach Neuseeland. Sie möchte verschwinden. Dass das nicht so einfach ist, zeigt dieser Roman und auch wie schwer es für das Umfeld ist mit diesem Zustand zurecht zu kommen. Man fragt sich natürlich, warum Elyria einfach ihr Leben verlässt. Ein zentraler Punkt ist sicherlich der Selbstmord ihrer Schwester, Ruby. Er ist immer wieder Thema und etwas, was Elyria nicht überwunden hat. Elyria hat Rubys ehemaligen Professor geheiratet. Es mag eine seltsame Konstellation sein, aber ich habe mir darüber weniger Gedanken gemacht. Dennoch ist auch diese Ehe nicht glücklich und Elyria möchte ihr entfliehen. Ich muss ehrlich sagen, dass ich das nicht so richtig durchdrungen habe, was zwischen den beiden vorgefallen sein könnte. Eines ist nur klar: Die Ehe ist am Ende.

In dem Roman passiert nicht viel und genau das soll es ja auch nicht. Elyria hat kein Ziel und so hat der Roman auch kein Ziel. Einerseits macht es das Lesen zäh, andererseits mag es auch genial sein. Ich empfand das Lesen als sehr anstrengend. Kann aber auch nachvollziehen, dass sowohl Autorin als auch Übersetzerin dafür ausgezeichnet worden sind.

FAZIT:

Niemand verschwindet einfach so ist ein sehr spezieller Roman, der auf jeden Fall nichts für eine breite Lesermasse ist. Auch wenn es nicht mein Buch ist, kann ich ihm aber dennoch eine gewisse Genialität erkennen. Ein Buch, was einem stimmungsmässig einiges abverlangt und genau den Zustand seine Protagonistin einfängt.

Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Aufbau Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

 

3 Gedanken zu “Rezension „Niemand verschwindet einfach so“ – Catherine Lacey

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