Rezension „Seht, was ich getan habe“ – Sarah Schmidt

Pendo Verlag* |Gebundene Ausgabe |Übersetzer: Pociao| 384 Seiten | 20,00 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

»Vater ist tot!« Zutiefst verstört starrt Lizzie Borden ihren Vater an, der blutüberströmt auf dem Sofa liegt. Auch ihre Stiefmutter wird tot aufgefunden – ebenfalls hingerichtet mit einer Axt. Eindeutige Spuren sind an jenem schicksalhaften Morgen des 4. August 1892 kaum auszumachen, dafür häufen sich die Fragen. Denn während die Nachbarn in Fall River, Massachusetts, nicht begreifen, wie einer so angesehenen Familie etwas derart Grausames zustoßen kann, erzählen diejenigen, die den Bordens wirklich nahestehen, eine ganz andere Geschichte: von einem jähzornigen Vater, einer boshaften Stiefmutter und zwei vereinsamten Schwestern. Schnell erklärt die Polizei Lizzie zur Hauptverdächtigen, deren Erinnerung jedoch lückenhaft ist. Wo war sie zum Zeitpunkt der Morde? Saß sie wie so oft unter den Birnbäumen und träumte vor sich hin? Oder ist sie doch verantwortlich für diesen Albtraum?

MEINUNG:

Die auf wahren Begebenheiten beruhenden Ereignisse um Lizzie Bordon war mir bisher noch nicht bekannt. Aus diesem Grund habe ich mich vor dem Beginn des Lesens erstmal kurz damit beschäftigt und erfahren, dass sie fast schon eine kleine Berühmtheit, denn auch viele Künstler haben ihre Person als Inspiration genutzt.

Die Geschichte wird aus vier Sichten erzählt: Lizzie selbst, ihre ältere Schwester Emma, das Hausmädchen Bridget und einem mysteriöse Benjamin. Man merkt hier ziemlich schnell, dass in dieser Familie vieles nicht gestimmt hat. Dysfunktional ist hier sicher das richtige Wort. Manche Konflikte werden offen, auch mit Gewalt ausgetragen und andere finden unterschwellig statt. Es gibt vor allem Probleme zwischen Lizzie und ihrem Vater, zwischen Lizzie und ihre Stiefmutter, aber auch zwischen Lizzie und Emma. Hier zeigt Lizzie einige äußerst hässliche Seiten an sich. So verhindert sie z.B. dass ihre Schwester mit einem Mann, der sie liebt das elterliche Haus verlässt. Der Altersunterschied zwischen beiden Schwestern ist mit 10 Jahren sehr groß. Nachdem die gemeinsame Mutter nach Lizzies Geburt stirbt, bleibt vieles an Emma hängen, auch die kleine Schwester.

Zum Zeitpunkt der Tat ist Lizzie allerdings schon 32, kommt aber deutlich jünger rüber. Lizzie war für mich keine Sympathieträgerin. Bridget, das irische Hausmädchen, wird von allen Familienmitgliedern ziemlich schlecht behandelt und dennoch klammert man sich an sie, weil sie der einzige Puffer zwischen ihnen zu sein scheint. Lizzie macht sich auch gerne lustig über sie. Bridget hat in Amerika das große Glück gesucht und möchte nun nur noch wieder zurück nach Hause. Das spürt man beim Lesen ganz deutlich. Bridget tat mir wirklich leid.

Mit dem mysteriösen Benjamin bringt die Autorin noch eine fiktive Person ins Spiel, die der Geschichte nochmal eine andere Richtung gibt. Denn ich finde es problematisch, dass die Geschichte durch ihren realen Bezug eigentlich relativ vorgegeben ist. Natürlich fragt man sich, wer nun die beiden Eltern getötet hat, denn Lizzie wurde freigesprochen. Das lässt ein bisschen Raum für Spekulationen. Die Autorin hat das hier versucht, aber ich fand es nicht wirklich gelungen. Das Buch war zu Ende und ich war jetzt nicht wirklich schlauer als vorher.

FAZIT:

Es war interessant einmal die Geschichte der berühmten Lizzie Bordon kennenzulernen, aber als fiktive Geschichte ließ es mich ziemlich ratlos zurück, auch wenn die Autorin hier nochmal eine andere Perspektive mit hineingebracht hat. Ich denke, es ist auch nicht einfach eine solche Thematik möglichst realitätsnah und im Bereich des Denkbaren umzusetzen.

Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Pendo Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Ein Gedanke zu “Rezension „Seht, was ich getan habe“ – Sarah Schmidt

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