Rezension „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ – Joel Dicker

Piper Verlag* | Gebundene Ausgabe | Übersetzer: Amelie Thoma, Michaela Meßner | 432 Seiten | 25,00 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Es ist der 30. Juli 1994 in Orphea, ein warmer Sommerabend an der amerikanischen Ostküste: An diesem Tag wird der Badeort durch ein schreckliches Verbrechen erschüttert, denn in einem Mehrfachmord sterben der Bürgermeister und seine Familie sowie eine zufällige Passantin. Zwei jungen Polizisten, Jesse Rosenberg und Derek Scott, werden die Ermittlungen übertragen, und sie gehen ihrer Arbeit mit größter Sorgfalt nach, bis ein Schuldiger gefunden ist. Doch zwanzig Jahre später behauptet die Journalistin Stephanie Mailer, dass Rosenberg und Scott sich geirrt haben. Kurz darauf verschwindet die junge Frau …

MEINUNG:

Das Verschwinden der Stephanie Mailer ist Joel Dickers heiß ersehnter dritter Roman. Ich habe bereits Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert gelesen und fand es ganz in Ordnung. Joel Dicker weiß auf jeden Fall, wie man schreibt und vor allem wie man Geschichten schreibt, die dem Leser Aufmerksamkeit und Geduld abverlangen.

Vom Setting her sind wir wieder an der amerikanischen Ostküste, genauer in Orphea, einem fiktiven Ort. Die drei wichtigsten Charaktere, von denen auch die Geschichte erzählt wird, sind die Polizisten Jesse Rosenberg, Derek Scott und Anna Kanner. Jesse und Derek haben den Mehrfachmorde von 1994 eigentlich aufgeklärt. Es gab einen ermittelten Täter, der allerdings nicht mehr lebt. Nun werden 20 Jahre später, also 2014, durch die junge Journalistin Stephanie Mailer berechtigte Zweifel gegenüber dem ermittelten Täter angebracht. Mit dem Verschwinden von ihr, wird der Fall wieder neu aufgerollt durch die drei Polizisten. Anna kommt neu zu Team hinzu. Sie ist Polizistin direkt in Orphea.

Parallel zum gegenwärtigen Geschehen gibt es auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. Besonders von Derek erfährt der Leser, was damals genau passiert ist. Neben diesen drei Polizisten gibt es aber noch unzählige andere Personen. Die meisten davon direkt aus Orphea und einige auch aus New York. Man lernt diese Charaktere nach und nach kennen. Joel Dicker lässt sich sehr viel Zeit damit die Charaktere vorzustellen und einen äußerst guten Eindruck von deren Persönlichkeit zu bekommen. Fast alle Personen sind zwar für die Geschichte in irgendeiner Weise relevant, aber nicht alles, was in deren Leben passiert ist. Zu den noch lebenden Personen kommen auch noch einige Protagonistin, die 2014 nicht mehr leben und auch die lernt man natürlich kennen.

Joel Dicker Schreibstil ist einfach und lässt sehr flüssig lesen. Im Großen und Ganzen empfand ich die vielen, vielen Seitenhandlungen nicht wirklich langweilig, denn man versucht als Leser zusammen mit Polizisten auch herauszufinden, was hinter allem stecken könnte. Der Autor legt unzählige falschen Fährten aus. Immer wenn man glaubte es zu wissen, dann kam wieder ein neuer Aspekt dazu. Die Geschichte hat ein kontinuierliches Maß an Spannung gehalten. Mir wurde es eigentlich erst gegen Ende etwas lang, denn irgendwann hatte sich jede Schachtel, die Joel Dicker konstruiert hat, ausgelöst und ich fragte mich ungeduldig, wer denn nun der Täter ist. Man muss beim Lesen auch sehr aufmerksam sein. Es ist nicht immer leicht, die ganzen Personen und deren Beziehungen zueinander im Kopf zu behalten. Zur Erleichterung gibt es aber am Ende des Buches ein Personenregister.

FAZIT:

Joel Dicker schreibt unvergleichlich. Ich habe größten Respekt davor, dass man solch komplexe Geschichte schon in so jungen Jahren zu Papier bringt und dabei keinen Faden verliert. Das Buch ist nichts ungeduldige Leser. Man braucht Zeit und einen wachen Geist beim Lesen. Mir ging am Ende es bisschen die Puste aus, aber ansonsten bekommt hier wieder fantastische Unterhaltung mit kontinuierlicher Spannungskurve.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Piper Verlag* über Vorablesen* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Ein Kommentar zu „Rezension „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ – Joel Dicker

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