Rezension „1793“ – Niklas Natt och Dag

Piper Verlag* | Broschierte Ausgabe | 496 Seiten | 16,99 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Stockholm im Jahr 1793: Ein verstümmeltes Bündel treibt in der schlammigen Stadtkloake. Es sind die Überreste eines Menschen, fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Der Ruf nach Gerechtigkeit spornt zwei Ermittler an, diesen grausamen Fund aufzuklären: den Juristen Cecil Winge, genialer als Sherlock Holmes und bei der Stockholmer Polizei für »besondere Verbrechen« zuständig, und Jean Michael Cardell, einen traumatisierten Veteranen mit einem Holzarm. Schon bald finden sie heraus, dass das Opfer mit chirurgischer Präzision gefoltert wurde, doch das ist nur einer von vielen Abgründen, die auf sie warten …

MEINUNG:

1793 ist momentan in aller Munde und ich versuche immer noch mich dem historischen Genre anzunähern. Momentan bin ich auch so ein wenig in Skandinavien Fieber und dachte mir, dass genau das richtige Buch für mich momentan sei.

Es beginnt damit, dass Jean Michael Cardell eine grausam zugestellte Leiche findet. Er ist eigentlich kein Ermittler, aber er beschließt mit Cecil Winge, einem äußerst intelligenten und an Tuberkulose tot geweihten Juristen einen Pakt diesen Mord aufzuklären. Sie geraten beide schnell in Kreise, in denen man eigentlich nicht möchte, dass sie hier weiter nachforschen. Es stellt sich auch als äußerst problematisch raus, den Toten zu identifizieren.

Das Buch ist in vier Teile unterteilt. Nach dem oben genannten Eingangsgeschehen lernen wir einen jungen Mann kennen, der durch eine Verkettung von sehr unglücklichen Umständen seine gemachten Schulden auf grausamste Art und Weise „abarbeiten“ muss. Ich fand diesen Schwenk zunächst etwas seltsam, weil ich den Zusammenhang nicht erkennen konnte, aber das Bild ergibt sich dann im weiteren Verlauf des Romans. Schon an dieser Stelle merkt man, wie brutal das Buch ist. Der Autor beschreibt hier u.a. Folterungen sehr detailreich.

Vom Setting her kam es mir immer vor, wie zu Zeiten des dunklen Londons, aber vermutlich war es in vielen größeren Städten ähnlich bedingt auch durch die fehlende Kanalisation. Im dritten Teil geht es dann um eine junge Frau, die auch so viel erleiden muss, dass mir mein emanzipiertes Herz beim Lesen fast aus der Brust gesprungen ist. Leider waren es damals solche Zeiten, dass Frauen wenig Rechte hatten. Auch dieser Part ist durch viele Grausamkeiten geprägt, die mir sehr nahe gegangen sind. In diesem Teil kreuzen sich die Wege des jungen Mannes aus dem zweiten Teil mit dem der jungen Frau, welche dadurch beide schicksalshaft mit dem Mord verbunden sind.

In Teil 4 findet Cecil Winge dann den Mörder, der ihm seine Geschichte berichtet, die ebenfalls sehr tragisch ist. Der Autor hat auf jeden Fall sehr gut recherchiert und wusste auch die Geschichte in passende Zeitgeschehen zu setzen. Ich wusste bisher nichts über die schwedische Geschichte zu dieser Zeit und fand die Einblicke sehr spannend, vor allem, weil sie auch politisch waren.

FAZIT:

Bei 1793 wollte bei mir der Funke nicht so richtig überspringen, obwohl der Roman sehr gut recherchiert und geschrieben ist. Alles in allem ist die Geschichte sehr düster, brutal und auch sehr tragisch für viele Beteiligte. Dadurch hat der Roman auch eine gewisse Schwere und ist nicht ganz leicht verdaulich.

Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Piper Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Ein Gedanke zu “Rezension „1793“ – Niklas Natt och Dag

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