Rezension „Die Mutter: Ein Fehler, und du verlierst alles“ – Aimee Molloy

Rowohlt Verlag* | Broschierte Ausgabe | 352 Seiten | 12,99 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Sie treffen sich jede Woche. Sie teilen Freuden, Sorgen und Nöte. Eine Gruppe Frauen, die nur eines verbindet: Sie sind alle frischgebackene Mütter, und das schweißt zusammen. Freundschaften entstehen. Und ein Plan – einmal eine winzige Auszeit vom Babyalltag zu nehmen, abends in einer Bar. Ein harmloser Spaß. Doch daraus wird schnell bitterer Ernst. Die alleinerziehende Winnie lässt ihren kleinen Sohn Midas für den Abend bei einer Babysitterin. Als Winnie nach Hause kommt, ist ihr Kind spurlos verschwunden, niemand hat etwas bemerkt. Es folgen Tage, in denen jede der Mütter durch die Hölle geht: Sarah will Antworten. Collette weiß zu viel. Nell hat etwas zu verbergen. Und eine Mutter hat etwas Unaussprechliches getan …

MEINUNG:

Die Mai-Mütter treffen sich jede Woche und teilen ihre Sorgen und Nöte rund um das Thema Mutter werden bzw. sein. Viele plagen nicht nur die schlaflosen Nächte, sondern auch existenzielle Sorgen. New York ist ein sehr teures Pflaster und die Mütter können es sich teilweise nicht leisten ein Jahr, geschweige denn mehrere Monate eine Auszeit zu nehmen, um für ihr Baby da zu sein. In den USA gibt es im Gegensatz zu Deutschland nämlich keine bezahlte Elternzeit. Die Betreuung des Babys wird als für beide, berufstätige Eltern, zu Zerreisprobe. Mir gefiel sehr, dass die Autorin hiermit auch viele gesellschaftskritische Themen angesprochen hat. Obwohl ich selbst noch nicht Mutter bin, haben mich die Ängste und Sorgen doch sehr erschrocken und habe mir bewusst gemacht, wie gut wir es hier haben in Deutschland.

In dem ganzen Trubel möchten die Mütter gerne mal eine Auszeit nehmen und beschließen einen Abend ohne die Babys in einer Bar zu genießen. Für die alleinerziehende Winnie ist das eigentlich praktisch unmöglich, aber Nell bietet ihr ihre Babysitterin an. In deren Obhut verschwindet der kleine Midas von Winnie und es bricht die Hölle aus. Der feste Kern der Mütter bilden Nell, Colette, und Francie und ein Vater namens Token. Es gibt auch andere Mütter, die am Rand erwähnt werden und mir viel es unheimlich schwer die Mütter, ihre Babys, Männer und Jobs auseinander zu halten. Die Autorin springt immer wieder zwischen den drei Frauen hin und her. Dadurch lernt man sie und ihre Nöte noch besser kennen, aber es wirkt auch sehr lange alles sehr verworren. Alle haben so ihre Geheimnisse, aber alle wollen rausfinden, wo der kleine Midas ist, denn sie sind ja selbst Mütter und sie fangen an eigene Recherchen anzustellen.

Ich hatte manchmal so meine Schwierigkeiten den ganzen Zusammenhängen zu folgen, was vielleicht auch am Schreib- und Erzählstil lag, der erste sehr viel Schleifen zieht, bis er sich dem Wesentlichen nähert. Winnie spielt in der Geschichte kaum eine Rolle und man weiß auch lange nicht wo sie steckt. Das fand ich seltsam und natürlich auch verdächtigt, denn es gibt auch noch eine Ich-Erzählerin, dessen Identität natürlich erst zum Schluss offenbart wird. Erschreckend ist auch, dass die ganze Geschichte langsam an die Öffentlichkeit durchsickert und man die Frauen auch an den Pranger stellt, weil sie einfach so etwas trinken waren. Auch hier wieder eine unfassbare Verurteilung einer Gesellschaft, die nicht mal bezahlte Elternzeit hat.

FAZIT:

Die Mutter hat mich ein wenig an die Bücher von Liane Moriarty erinnert: Die Wucht der Geschichte entwickelt sich erst nach und nach und überrollt den Leser dann förmlich. Mir gefiel auch die Verarbeitung der gesellschaftlichen Kritik am System für junge Eltern in den USA.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Rowohlt Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Ein Kommentar zu „Rezension „Die Mutter: Ein Fehler, und du verlierst alles“ – Aimee Molloy

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