Rezension „Die kalten Sekunden“ – Remigiusz Mroz

Rowohlt Verlag* |Übersetzer: Marlena Breuer, Jakob Waloszyk| Taschenbuch | 352 Seiten | 9,99 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Zehn Jahre nach dem Verschwinden seiner Verlobten Ewa ist Damian Werner ein Schatten seiner selbst. Er ist sich sicher, dass er sie nie wiedersehen wird. Eines Tages stößt er jedoch auf eine Spur – jemand sucht nach Ewa und hat ein Bild von ihr ins Netz gestellt. Kurz darauf postet der Unbekannte ein weiteres Foto. Wer sucht die junge Frau? Und kann es nach all den Jahren wirklich Ewa sein? Damian und Ewa waren bereits als Kinder unzertrennlich, sie hatten keine Geheimnisse voreinander. Doch als Damian weitere Nachforschungen anstellt, muss er feststellen, dass er seine große Liebe wohl doch nicht so gut kannte, wie er immer gedacht hatte.

MEINUNG:

Die kalten Sekunden habe ich mit Spannung erwartet, weil ich gerne auch Thriller und Krimis lese, die nicht in Deutschland, England oder USA spielen. Schon in der Vorschau wurde das Buch als viel gelobtes Debüt angekündigt und ich war sehr neugierig.

Alles beginnt damit, dass Damian von seinem Kumpel auf ein Bild bei Facebook aufmerksam gemacht wird, auf dem seine seit 10 Jahren verschwundene Verlobte Ewa zu sehen ist. Der bis dahin förmlich vor sich hinsiechende Damian erfährt einen beispiellosen Energieschub und macht sich auf die Suche nach ihr bzw. zunächst nach weiteren Spuren, die ihn eventuell zu Ewa führen könnten. Auf der Such nach Ewa muss Damian feststellen, dass Ewa ihm viel verschwiegen hat und sie nicht die Frau war, wie er sie gekannt und geliebt hat.

Mir gefiel gut, dass man ohne große Vorreden gleich mitten im Geschehen war. Damian konnte einem eigentlich schon leidtun, denn seit Ewas Verschwinden, scheint ihn so ein bisschen die Lebensenergie verloren gegangen zu sein. Damit würde ich nicht sagen, dass er stark depressiv und selbstmordgefährdet ist, aber er hat sich auch sozial einfach abgekapselt und arbeitete in einer Bar. Seine Eltern sind die einzigen zu denen er noch ein recht enges Verhältnis hat und die er auch im gewissen Maß an sich heranlässt. Sie sind auch seine Unterstützer (ohne viele Fragen zu stellen) als er sich auf die Suche nach Ewa macht, was weder für ihn noch für seine Eltern ganz ungefährlich ist, denn jemand ist Damian auf den Fersen.

Auf Anraten von seinem Kumpel engagiert Damian eine Privatdetektei, dessen Inhaberin Kassandra ihn bei der Suche nach Ewa unterstützt. Die Erzählweise wechselt zwischen Kassandra und Damian, beide jeweils in der Ich-Perspektive. Man findet sich recht schnell rein, aber ich hätte es schöner gefunden, wenn die Kapitel explizit gekennzeichnet worden wären. Kassandra führt eine schwierige mit häuslicher Gewalt geprägte Ehe mit Robert, ebenfalls Inhaber der Detektei. Der Autor beschreibt diese Szene auch recht explizit, so dass ich mich beim Lesen sichtlich unwohl gefühlt habe. Roberts Aggressionen gegenüber Kassandra schweben immer über allem und drohen schnell auszuufern.

Die Spannung ist durchgängig vorhanden, aber für mich auf einem gesunden Mittelmaß. Unter die Haut ist mir das Buch vor allem wegen Kassandras Situation gegangen, weniger wegen der Geschichte um Ewa. Es gibt auch einige spannende Wendungen, die ich nicht vorhergesehen habe. Der Autor agiert so ein wenig nach dem Matroschka Prinzip. Wenn man glaub alles zu wissen, dann bringt er eine neue Wendung und wieder verschieben sich Gut und Böse bzw. die Absichten einiger Personen legen sich offen. An dem Ende muss man etwas kauen, aber es ist mal ein anderer Ansatz. Warum der Autor seine Geschichte so gestaltet hat, wie sie vorlegt, erklärt er nochmals im aufschlussreichen Nachwort.

FAZIT:

Die kalten Sekunden ist für mich ein solider Thrillerdebüt gewesen, dass einige neue Facetten, vor allem hinsichtlich der Auflösung, aufzeigt. Die persönliche Situation von Kassandra ist etwas, was mir wirklich unter die Haut ging und was zu lesen auch unangenehm war. Bin gespannt, was wir noch von Remigiusz Mroz lesen werden.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Rowohlt Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

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