Rezension „Wie du mir“ – Amy Gentry

C. Bertelsmann Verlag* | Broschierte Ausgabe | 416 Seiten | 15,00 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Die junge Comedian Dana Diaz begegnet nach einem missglückten Auftritt der IT-Spezialistin Amanda. Als Frauen in typischen Männerberufen klagen sie sich ihr Leid, denn beide sahen sich in der Vergangenheit häufig mit sexuellen Belästigungen oder Übergriffen konfrontiert. Lange haben sie dies einfach erduldet, jetzt wollen sie selbst für Gerechtigkeit sorgen. Sie schließen einen Pakt: Jede soll sich an den Gewalttätern der anderen rächen. Nach kurzer Zeit übertrumpfen sich die beiden Frauen in ihren Rachespielen, geraten in eine Spirale aus Gewalt, Betrug und Täuschung. Bis sich Dana irgendwann fragt, ob sie ihrer neuen Freundin eigentlich wirklich blind vertrauen kann. Und was, wenn nicht? Wäre es dann für einen Absprung aus dem teuflischen Spiel nicht schon viel zu spät…?

MEINUNG:

Mit Good as Gone konnte mich Amy Gentry letztes Jahr überzeugen und daher war für mich klar, dass ich auch den neuen Roman von ihr lesen möchte.

Dana und Amanda lernen sich zufällig in einer Bar kennen und stellen fest, dass es in ihrer beider Vergangenheit Vorfälle von sexueller Nötigung und Missbrauch gab. Den beiden Frauen wird klar, dass die Täter damit einfach durchgekommen sind und sich ihr Leben auf traumatischste Weise für immer verändert hat. Beide beschließen sich an diesen Männern zu rächen. Ihr Rachespiel läuft recht schnell aus dem Ruder und der vermeintliche Pakt in Frage gestellt als Dana aus der Sache raus will.

Wie du mir bringt endlich auch mal ein paar anderen Motive in das Thriller Genre, in dem sich Frauen für sexuelle Übergriffe/ Nötigungen/ Missbrauch rächen. Grundsätzlich bietet die Geschichte viel Gesprächsbedarf, denn natürlich ist Selbstjustiz keine Lösung in einem funktionierenden Rechtstaat, wo Täter zur Verantwortung gezogen werden müssen. Dagegen steht natürlich die Scham der Frau und auch das Trauma, was durch eine Bestrafung natürlich meistens trotzdem vorhanden ist und das Leben einer Frau für immer verändern bzw. zerstören kann.

Das Manko an dem vermeintlichen Thriller ist, dass die Spannung recht verhalten ist, zumindest ungefähr 50% des Buches. Ich habe mich hier nicht wirklich gelangweilt, aber ein Pager Turner Gefühl stellte sich eben auch nicht ein. Der Nervenkitzel fängt an als der Bruch zwischen Dana und Amanda erfolgt und dem Leser nun bereits klar ist, wozu beide Frauen im Zweifel fähig sind und damit beginnt so ein bisschen ein Katz-und-Maus-Spiel. Dana vertraut auch gerne mal den falschen Personen. Sie ist nicht unbedingt naiv, aber sie vertraut gerne auf langjährige Beziehungen und stellt diese kaum infrage.

Den Schluss fand ich in Ordnung, aber für das persönliche Gerechtigkeitsempfinden sicherlich auch fragwürdig. Man muss hier selbst entscheiden, wem man eine Strafe gönnt und wer davonkommen sollte.

FAZIT:

Wie du mir hat mir von der Thematik her gut gefallen. Feministische Themen in einem Thriller kommen nicht oft vor. Das Buch lädt durchaus noch zu einer nachträglichen Diskussion ein. Spannung war in Ordnung, aber ich würde nicht von einem Page Turner sprechen. Bin gespannt auf das nächste Woche Buch der Autorin!

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom C. Bertelsmann Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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Ein Kommentar zu „Rezension „Wie du mir“ – Amy Gentry

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