Rezension „Liebe Mrs. Bird“ – A.J. Pearce

Kindler Verlag* | Übersetzer: Silke Jellinghaus | Gebundene Ausgabe | 416 Seiten | 20,00 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

London 1941. Emmeline Lake träumt davon, Kriegsreporterin zu werden. Als sie eine Anzeige für einen Job beim London Evening Chronicle sieht, scheint ihr Traum in greifbare Nähe gerückt zu sein. Stattdessen stellt sich heraus, dass sie als Sekretärin bei der respekteinflößenden Kummerkastentante Henrietta Bird arbeiten soll. Ihre Hauptaufgabe wird darin bestehen, die Leserbriefe für Mrs. Bird vorzusortieren. Die Anweisungen ihrer Chefin sind unmissverständlich: Alle Briefe, die irgendwie anstößig sind, gehen sofort in den Papierkorb. Doch Emmy liest Briefe von Frauen, die mit ihren Verlobten zu weit gegangen sind oder die sich von ihren Männern mehr körperliche Aufmerksamkeit wünschen. Emmy fühlt mit ihnen: Sie beginnt, den Frauen Antworten zu schreiben. Und unterzeichnet mit Mrs. Bird …

MEINUNG:

Da ich im letzten Jahr verstärkt meine Liebe zu historischen Romanen (vor allem in den Zeiten um die beiden Weltkriege) entdeckt habe und mir dieses Buch von Frau Goethe liest wärmstens empfohlen worden ist, war für mich klar, dass Liebe Mrs. Bird lesen möchte.

Emmeline Lakes, genannt Emmy, größter Traum ist es Journalisten zu werden, um über den Zweiten Weltkrieg zu berichten, zu der Zeit der Roman spielt. Ihr Traum scheint in Erfüllung zu gehen als sie eine Stellenanzeige für den London Evening Chronicle entdeckt und sich prompt bewirbt und auch angenommen wird. Ihr erster Tag ernüchtert sie allerdings sehr schnell als sie erfährt, was sie wirklich machen soll. Ihre Aufgabe besteht darin die Zuschauerbriefe an Mrs. Bird, die sich als Lebens- und Kummerberaterin in der Zeitung einen Namen gemacht hat, zu sortieren, denn Mrs. Bird hat klare moralische Vorstellungen davon, welche Briefe beantwortet werden und welche nicht und das sind leider sehr wenige. Emmy frustriert das und sie beginnt selbst auf die Briefe zu antworten.

Emmy erschien mir eigentlich wie ein typischer Backfisch. Natürlich ist sie deutlich jünger als Mrs. Bird und hat zu diversen Themen eine andere Meinung. So empfindet sie es auch als wichtig, den jungen Frauen, deren Männer in den Zeiten im Krieg sind und die oft keine Vertrauensperson mehr zu Reden haben, auch in Gefühls- und Liebesfragen zur Seite zu stehen und so vielleicht auch weiteren Frauen helfen zu können, die in ähnlichen Situationen sind. Emmy hat ein bisschen ihren eigenen Kopf und irgendwie auch wieder nicht. Sie ist doch recht leicht beeinflussbar. Zu einem späteren Zeitpunkt wirft ihr ihre beste Freundin vor, dass sie häufig Dinge aus egoistischen Beweggründen tut und dabei nicht an andere denkt. Natürlich gab es damals noch andere Wertevorstellungen, aber ich fand die Reaktion der Freundin absolut übertrieben und habe Emmy so überhaupt nicht gesehen.

Mrs. Bird bleibt für mich bis zum Schluss leider ein Mysterium, denn man lernt sie eigentlich sehr wenig kennen. Sie bleibt auch fast in dem ganzen Roman abwesend und spielt nur am Ende eine Rolle. Da sie doch eine so tragende Person ist, nach der sogar der Roman benannt ist, hätte ich mir hier ein wenig mehr versprochen. Vor allem mehr Konflikt- und Berührungspunkte mit Emmy, aus denen beiden möglicherweise noch etwas hätten lernen können. Dafür gab es in der Zeitung allerdings auch andere tolle Nebencharaktere, die die Geschichte lesens- und liebenswert gemacht haben.

FAZIT:

Liebe Mrs. Bird war für mich eine nette Lektüre für zwischendurch, von der ist mir allerdings etwas mehr erhofft hatte. Die historischen Gegebenheiten waren interessant, aber hinsichtlich der Handlung und Charaktere ist für mich da noch Luft nach oben.

Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Kindler Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Schaut auch bei der Rezension von Frau Goethe vorbei!

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