Rezension „Blutige Gnade“ – Leo Born

Bastei Lübbe Verlag* | Broschierte Ausgabe | 448 Seiten | 12,90 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Ein Einbruch ohne Diebstahl. Eine Mordserie ohne Spuren. Ein toter Journalist, der kurz davor war, eine brisante Story zu enthüllen. Mara Billinsky sieht sich mit mehreren mysteriösen Verbrechen konfrontiert. Zugleich wird sie von einem Schatten aus der Vergangenheit verfolgt, der ihr ebenfalls Rätsel aufgibt – bis sie begreift, dass alle Ereignisse in Verbindung stehen. Als sie erkennt, wer im Hintergrund die Fäden zieht, ist es fast zu spät: Ab jetzt kämpft Mara nicht mehr nur um ihr eigenes Leben …

MEINUNG:

Leo Born und seine Reihe um Mara Billinsky war etwas, was ich mir schon lange vorgenommen hatte und umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich hier das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen habe. Ich habe die ersten drei Teile nicht gelesen. Grundsätzlich ist es hier sicher empfehlenswert die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass ich groß etwas verpasst hätte.

Die kurzen Kapitel und der flüssige, rasante Schreibstil ermöglichen es, dass man hier sehr schnell durch die Seiten fliegt. Ich mochte es auch sehr, dass man hier nicht nur aus Maras Sicht liest, sondern auch diversen anderen Personen, die so einen Blick auf die verschiedenen Nebenschauplätze geben. Vermutlich sind Frankfurts dunkle Seiten genau so, aber mir war das alles irgendwie ein bisschen zu drüber beschrieben und dass die Stadt düster und ,O-Ton Leo Born, voller Gangster ist, wird auch mehr als einmal wiederholt.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit Mara Billinsky nicht wirklich warm geworden bin, obwohl ich ein absoluter Fan von solchen Frauencharakteren bin. Vermutlich ist es gewollte, dass man bei Mara immer ein bisschen an Lisbeth Salander vorgeht. Ich finde es gut, dass sie sehr tough ist und dass sie sich trotz des Polizistenjobs nicht anpassen möchte, aber ich finde sie geht gegenüber Zeugen und Verdächtigen einfach viel zu rücksichtslos und zum Teil auch respektlos vor. Am meisten hat mich wirklich abgeschreckt, dass sie eine Frau, also ihr eigenes Geschlecht, als Hure bezeichnet. Gerade Mara sollte doch wissen, dass es für Frauen nicht immer leicht ist in männerdominierten Bereichen. Was grundsätzlich schon respektlos ist, gewinnt in ihrer Rolle als Polizisten für mich einen noch schlechteren Beigeschmack. Ein bisschen Weichheit und Empathie könnten ihr wirklich nicht schaden.

Ich empfand den Thriller fast bis zu zwei Drittel sehr verworren, so dass ich wirklich überhaupt keine Ahnung hatte wie alles zusammenhängt. Das spricht natürlich für den Aufbau des Romans, aber für mich verliert es dann immer etwas an Reiz, wenn ich nicht ein paar Brocken zum Miträtseln bekomme. Leider ging es mir wie Mara, die ebenfalls vor einem großen Rätsel steht. Die Auflösung ist dennoch in sich schlüssig und lässt keine Fragen offen.

FAZIT:

Obwohl der Fall spannend war und der Schreibstil flüssig ist, wurde ich mich mit Mara und der ganzen beschriebenen Frankfurter Flair nicht wirklich warm. Es fehlte mir ein bisschen die Schwäche der Charaktere und auch die Empathie der Ermittler, die das Ganze noch etwas glaubhafter gemacht hätte. Ich bin mir unsicher, ob ich diese Reihe weiter verfolgen werde.

Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Bastei Lübbe Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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