Rezension „Die Leuchtturmwärter“ – Emma Stonex

S.Fischer Verlag* | Gebundene Ausgabe | Übersetzerin: Eva Kemper | 405  Seiten | 22,00 € | Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

In der Silvesternacht verschwinden vor der Küste Cornwalls drei Männer spurlos von einem Leuchtturm. Die Tür ist von innen verschlossen. Der zum Abendessen gedeckte Tisch unberührt. Die Uhren sind stehen geblieben. Zurück bleiben drei Frauen, die auch zwei Jahrzehnte später von dem rätselhaften Geschehen verfolgt werden. Die Tragödie hätte Helen, Jenny und Michelle zusammenbringen sollen, hat sie aber auseinandergerissen. Als sie zum ersten Mal ihre Seite der Geschichte erzählen, kommt ein Leben voller Entbehrungen zutage – des monatelangen Getrenntseins, des Sehnens und Hoffens. Und je tiefer sie hinabtauchen, desto dichter wird das Geflecht aus Geheimnissen und Lügen, Realität und Einbildung.

MEINUNG:

Ich habe das Buch schon entdeckt lange bevor es erschienen war und war sofort Feuer und Flamme, weil ich einfach gute Geschichten mag, die sich um ein Geheimnis ranken, welches dann aufgeklärt wird. Soweit ich es richtig gelesen habe, hat sich die Autorin hier auch an einer wahren Geschichte orientiert.

Wir lesen die Geschichte aus mehreren Perspektiven und in zwei Zeitebenen (Vergangenheit 1972 und Gegenwart 1992). Es kommen immer abwechselnd Michelle, Helen, Jenny und deren Männer Arthur, Bill und Vincent zu Wort. Alles beginnt damit, dass ein Schriftsteller die Geschichte 20 Jahre später über das Verschwinden der drei Männern neu beleuchten  bzw. es aufschreiben möchte. Dazu möchte er die drei Frauen befragen. Aus ihrer Sicht erfahren wir, dass dazu recht unterschiedliche Meinungen haben und dem auch mal mehr, mal weniger aufgeschlossen gegenüber stehen. Bill, Arthur und Vincent sind Leuchtturmwärter auf einem Leuchtturm namens Maiden-Rock, kurz die Maiden gewesen und eines Tages im Jahr 1972 sind sie spurlos verschwunden. Niemand weiß, was wirklich passiert ist.

Die erste Hälfte der Geschichte beginnt gemächlich bis leicht schleppend. Der Leser lernt zunächst einmal alle drei Frauen und die drei Männer kennen. Von den Männern erfahren wir viel über das sehr entbehrungsreiche, eintönige Leben auf dem Leuchtturm, für das man einfach geschaffen sein muss. Alle drei leben auf sehr engem Raum. Es gibt kaum Luxus und der Leuchtturm muss 24 Stunden bewacht werden. In dieser Zeit besteht kein Kontakt zu den Familien. Auch auf der anderen Seite, also für deren Frauen, ist das Leben entbehrungsreich, denn sie sind monatelang getrennt und müssen, wie z.B. Michelle sich um Haus und Kinder komplett allein kümmern. Diese Einblicke fand ich sehr spannend, da sie von der Autorin auch sehr eindringlich und gut recherchiert geschrieben worden sind. Gleichzeitig erfährt man auch, wie alle drei Frauen mit dem Verlust der Männer umgegangen sind und wie das Leben für sie weiter gegangen ist. Besonders tragisch empfand ich es für Michelle, die zwar nun anderweitig verheiratet ist und zwei Kinder hat, aber für die Vincent immer noch ihre große Liebe ist.

In der zweiten Hälfte zieht das Erzähltempo endlich etwas an und es kommen diverse Geheimnisse und Verstrickungen auf den Tisch, die vor allem die Paare in einem ganz anderen Licht dar stehen lassen. Natürlich schwebt über allem die Frage, wieso die Männer verschwunden sind. Die Autorin legt immer wieder ein paar falsche Fährten aus. Besonders Vincent ist von Anfang verdächtig, weil er zuvor im Gefängnis war. Allerdings weiß man nicht wieso. In der zweiten Hälfte werden dann auch endlich einige Andeutungen offen gelegt, die vieles erklären. Manche Dinge sind wirklich sehr tragisch. Die Auflösung kommt dann relativ abrupt und überrollt den Leser, wie auch häufig bei Krimis und Thrillern der Fall ist. Der Schluss ist durchaus schlüssig und nachvollziehbar, ich hätte mir etwas mehr Action und Dramatik gewünscht.

FAZIT:

Die Leuchturmwärter brauchte etwas bei mir, um richtiges Interesse an der Geschichte zu wecken. Für mich begann dies erst auf der zweiten Hälfte, aber dann war ich gefesselt von dir Geschichte. Ich empfehle hier jedem dran zu bleiben, denn die zweite Hälfte des Romans holt noch einiges raus.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Fischer Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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Ein Kommentar zu „Rezension „Die Leuchtturmwärter“ – Emma Stonex

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