Rezension „So viel Zorn und so viel Liebe“ – Sabaa Tahir

cbj Verlag* | Gebundene Ausgabe | Übersetzer: Claudia Max | 416 Seiten | 18,00 € | Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Salahudin und Noor sind mehr als beste Freunde: Beide sind pakistanische Migranten und gemeinsam in einem kleinen Ort in der Wüste Kaliforniens aufgewachsen. Sie verstehen einander wie sonst niemand. Doch ein Streit letzten Sommer hat alles zerstört.
Nun kämpft Sal allein darum, das Motel der Familie am Laufen zu halten, während es seiner kranken Mutter Misbah immer schlechter geht und sein Vater den Kummer im Alkohol ertränkt. Noor dagegen arbeitet im Spirituosengeschäft ihres strengen Onkels und versucht gleichzeitig, sich heimlich für ein College zu bewerben, um dem Onkel und diesem Ort für immer Lebewohl sagen zu können.
Als Sals Versuche, das Motel zu retten, außer Kontrolle geraten, müssen er und Noor sich fragen, was Freundschaft wert ist und was nötig ist, um die Monster der Vergangenheit zu besiegen – und die mitten unter ihnen.

MEINUNG:

Von Sabaa Tahir habe ich bisher nur ihre Jugendfantasy-Reihe – Elias & Laia – gelesen, welche wirklich sehr gut, aber auch komplex ist. Ich bin eher durch Zufall auf So viel Zorn und so viel Liebe gestoßen und war sehr erfreut, dass sie nochmal ein anderes Genre wagt.

Das Buch hat eine Triggerwarnung am Anfand und das völlig zu Recht, denn es kommen hier eine Menge Themen wie häusliche Gewalt, Alkoholismus, Drogenmissbrauch etc. vor, die triggern sein können. Es deutete auch daraufhin, dass man hier keine Geschichte bekommt, die etwas für schwache Nerven ist. In meinen Augen müssen Noor und Sal, die noch am Anfang ihres Lebens stehen, mehr ertragen als es in diesem Abschnitt des Lebens sein sollte. Neben dem typischen Alltagsrassismus, dem sie in der Highschool auf Grund ihrer pakistanischen Herkunft ausgesetzt sind, haben sie auch beide ein schwieriges und instabiles Zuhause. Sals Mutter stirbt gleich zu Anfang des Romanes und lässt ihn mit seinem schwerst alkoholabhängigen Vater allein zurück mit einem Haufen schulden. Auch Noor ist schwer getroffen von dem Tod von Misbah, denn auch für sie war sie ein wichtiger Halt seit sie mit 6 Jahren in die USA gekommen war und niemanden hatte, außer ihrem Onkel. Einem Onkel, der sehr streng zu ihr ist und ihr ein rein-funktionales Zuhause bietet, in dem keine Liebe, Zuneigung und Geborgenheit gibt. Es ist auch schnell spürbar, dass Noor eine gewisse Furcht vor ihrem Onkel und dessen Reaktion hat.

Beide Teenager tun mir von Anfang wirklich leid, weil sie so viel allein ertragen müssen. Doch trotz allem lassen sie sich gleichzeitig auch nicht unterkriegen. Noor hat Sal ihre Liebe gestanden, was allerdings schon vorher passiert sein muss und Sal hat dies abgewiesen. Das Verhältnis der beiden ist daher anfangs distanziert. Wird aber besser als sie sich gegenseitig Halt geben als Misbah stirbt. Es gefiel mir gut, dass es immer wieder kursive Kapitel aus Misbahs Sicht gibt, wo man mehr über sie erfährt, die so früh ja schon verschwindet. Wenn sich die Vita der Autorin so durchliest, hat die Geschichte sehr viele Parallelen zu ihrer eigenen Biographie, z.B. dem Ort, ihre Eltern besitzen auch eine Pension und genauso wir Noor liebt sich auch Musik. Wenn man die Geschichte so liest, ist relativ schnell klar, dass es auf sich anbahnende Katastrophe hinarbeitet. In meinen Augen hat die Autorin das gut gelöst, ohne das man das Buch mit einen wirklich schlechten Gefühl beendet, aber es auch auch nicht rosarot, was auch nicht zum gesamten Buch gepasst hätte. Der Fokus liegt nicht auf der Liebesgeschichte, aber Liebe, Vergebung und Hoffnung sind zentrale Themen des Romas, Mir waren es lediglich ein paar zu viele Schicksalsschläge.

FAZIT:

Mit So viel Zorn und so viel Liebe hat die Autorin eine bittersüße Jugendgeschichte zweier Teenager mit pakistanischen Wurzeln geschrieben, die zu Recht den National Book Award gewonnen hat. Bis auf ein paar kleinere Kritikpunkte hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen und ich werde sie auch noch länger im Kopf behalten.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von cbj Verlag* über LovelyBooks* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Ein Kommentar zu „Rezension „So viel Zorn und so viel Liebe“ – Sabaa Tahir

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