Aufbau Verlage* | Gebundene Ausgabe | 192 Seiten | 22,00 €

INHALT:
Ihre Arbeit an der Universität stagniert, ihr Mann wird seit Jahren nicht gesund, und niemand weiß Rat. Aus dem Forschungstagebuch der Erzählerin zur Kulturgeschichte des Moores wird ein Journal der Arztbesuche und Alltagsmerkwürdigkeiten, ein Porträt der Trauer, des Glücks, der Neugier: Wie soll man leben, wenn man nicht planen kann?
MEINUNG:
Seit Nachts bin ich großes Fan von Mercedes Lauenstein und es war absolut klar für mich, dass auch vom Zuschauen und Winken lesen möchte.
Der Roman, wenn man ihn überhaupt als solches bezeichnen kann verfolgt keine stringente Handlung. Der Text ist ein Gedankenstrom der Ich-Erzählerin, die derzeit über Moore promoviert. Es gibt auch immer wieder ein kleine interessante Einschübe über Moore, die ich selbst sehr spannend finde. Viel interessanter fand ich allerdings den Part, dass ihr Freund Miro dauerhaft krank ist und keiner weiß, was er wirklich hat. Es laß sich ein bisschen so, wie die vielen Personen, die nach einer Covid-Erkrankungen Nachwirkungen bzw. Krankheiten haben, solche die auch oft als unsichtbar bezeichnet werden. Diese Krankheiten schränken von beiden das ganze Leben ein. Verabredungen müssen oft abgesagt werden. Die Leute sind deswegen sauer, was ich nicht verstehen konnte. Auch für die Ich-Erzählerin ist es schwierig. Ich mochte ihre Beziehung, wie sie miteinander umgehen, auch wenn ich mich manchmal fragte, wie sie sich jeder eine Wohnung in München leisten können. Ich mag Mercedes Lauensteins feinen und klugen Blick auf die kleinen alltäglichen Dinge, sie sehr feinsinnig aufnimmt. Die Textstellen sind oft sehr kurz, so dass ich das Buch innerhalb von 2 Stunden gelesen habe. Trotzdem bleibt hier bei mir nicht so viel hängen, wie bei Nachts.
FAZIT:
Zuschauen und Winken ist ein reiner, fragmentarischer Gedankenfluss der Ich-Erzählerin. So richtig, weiß ich allerdings nach dem Beenden nicht, was ich davon mitnehmen soll. Ich freue mich trotz allem auf das nächste Buch von der Autorin.
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Aufbau Verlag* über NetGalley* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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