Rowohlt Verlag* | Broschierte Ausgabe | Übersetzer: Thomas Altefrohne | 486 Seiten | 18,00 €

INHALT:
Die Stockholmer Investigativjournalistin Julia verfolgt eine heiße Spur: Alles deutet darauf hin, dass der charismatische, beliebte Ministerpräsident Schwedens auch dunkle Seiten hat. Der nach außen liebende Familienvater scheint einen Hang zu exzessiven Partys zu haben, die auf Missbrauch schließen lassen. Und er pflegt politische Netzwerke, die einen Rechtsruck bedeuten könnten. Als Julia von ihrem Chefredakteur kaltgestellt wird, ahnt sie, wie hochbrisant die Sache ist. Erst recht als ihr politisch unerfahrener Ehemann, Windkraft-Experte Alfred, plötzlich zum Pressesprecher des Ministerpräsidenten ernannt wird. Julia kann Alfred nicht sagen, was sie sofort vermutet: Dieser Job wurde ihm nur angeboten, um sie endgültig zum Schweigen zu bringen. Trotzdem beschließt sie, weiter zu ermitteln.
Währenddessen schlägt sich Alfred erstaunlich gut im Polit-Dschungel. Doch in den Korridoren der Macht stößt er auf Betrug und Geheimnisse. Er beginnt nachzuforschen und stellt fest, dass die schmutzigen Geschäfte weit über die Mauern des schwedischen Regierungssitzes Rosenbad hinausreichen …
MEINUNG:
Man hat richtig gespürt, dass beide Autoren vom Fach sind und wissen worüber sie schreiben. Besonders gelungen fand ich einfach die politische Ränkespiele und die immer währende latente Drohung, dass wenn sich nicht anpasst, man genauso schnell wieder raus ist. Besonders die Personen um den Ministerpräsidenten fand ich genauso spannend wie abstoßend. Es ist interessant, wie sich Alfred da einfindet und ihm am Ende auch nichts anderes übrig bleibt sich dort anzupassen. Es gibt am Anfang ein paar Längen, aber an sich haben die beiden Autoren die Story sehr gut konstruiert. Der Spannungsbogen steigt langsam an und vor allem im letzten Drittel wird es richtig spannend.
Julia ist ein schwieriger Charakter, weil sie einfach ziemlich skrupellos ist und für eine gute Story alles tun würde, auch ihre Beziehung und ihre Familie aufs Spiel setzen. Ich denke, dass sie für die meisten Lesenden wirkt sie eher weniger sympathisch, aber ich mochte das genau, weil es einfach gut gepasst hat und vermutlich auch ebenso realistisch ist, so zu handeln. Zwischendurch habe ich mir schon ernsthafte Sorgen gemacht, wie das mit Alfred funktionieren soll und wie sehr die Konstellation der Beziehung schadet wird. Es gibt einen Wendepunkt bei Alfred, der notwendig war, aber es war jetzt nicht ganz nachvollziehbar, warum er plötzlich seine Meinung geändert hat.
FAZIT:
Auch wenn es ein fiktionaler Thriller ist, hat es sich angefühlt als würde man einen Blick hinter die politischen Kulissen bekommen. Es gab am Anfang ein paar Längen, aber ich hoffe hier auf jeden Fall auf einen weiteren Teil. Das Ende war ein bisschen offen.
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Rowohlt Verlag* über Netgalley* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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