Kampa Verlag* | Übersetzer: Sepp Leeb | Broschierte Ausgabe | 256 Seiten | 18,90 €

INHALT:
Eine Siedlung am Fuß des Bergs Inussuk. Dreiundvierzig Erwachsene leben hier, zwölf Kinder. Noch, denn der Friedhof wächst, während das Dorf schrumpft. Die Verdienstmöglichkeiten sind schlecht, die jungen Leute wandern in die größeren Orte an der Westküste ab. In eins der leer stehenden Häuser zieht Constable David Maratse. Bei seinem letzten Einsatz in der grönländischen Hauptstadt Nuuk wurde der Polizist so schwer verletzt, dass er dienstuntauglich erklärt und frühpensioniert wurde – und das mit nicht mal vierzig. Er lässt alles zurück, was er besitzt, will künftig nichts weiter tun als Fischen und Jagen. In Inussuk aufgewachsen ist Nivi Winther, inzwischen Vorsitzende der grönländischen Sozialdemokraten und amtierende Premierministerin. Als mitten im Wahlkampf ihre siebzehnjährige Tochter Tinka spurlos verschwindet, beauftragt sie Maratse, den Fall zu übernehmen. Winthers größter Konkurrent ist Malik Uutaaq, der eine neue nationale Identität und die Unabhängigkeit Grönlands propagiert und als machtgieriger Populist gilt. Und er soll die letzte Person sein, die das Mädchen lebend gesehen hat …
MEINUNG:
Ich liebe skandinavische Thriller, vor allem wenn sie an so abgelegenen Orten wie Grönland spielen. Sieben Gräber im Winter ist der erste Fall von David Maratse.
David Maratse ist nach einem schweren Unfall nicht mehr im Polizeidienst. Dennoch bitte ihn die amtierende Premierministerin Nivi Winther um Hilfe als ihre Tochter verschwindet und darauf auch tot aufgefunden wird. Maratse ist nach seinem Unfall der typische grummelige Ermittler.
Noch spannender als den Fall fand ich die politischen Ränkespiele zwischen Nivi und ihrem Konkurrenten Malik Uutaaq, der eher dem rechtspopulistischen Spektrum abgehört. Spannend war der Einblick in die grönländische Kultur, wo es auch schwer sein kann, wenn man nicht richtig grönländisch ist, z.B. kein Grönländisch spricht oder ein Elternteil aus Dänemark kommt.
Mich hat der Roman von der Atmosphäre her irgendwie ein bisschen an die Serie The Killing erinnert. Vermutlich weil dort auch eine Tochter verschwunden ist und Ähnlichkeiten zur Auflösung gibt. Es werden hier am Ende alle Fragen beantwortet, auch wenn es einen bitteren Beigeschmack gibt, dass Nivis Tochter nie wieder zurück kommen wird.
FAZIT:
Sieben Gräber für den Winter ist spannender Auftakt in eine vielversprechende Reihe und vielleicht für den ein oder anderen ein eiskalte Lektüre an heißen Sommertagen.
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Kampa Verlag* über Netgalley* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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