Ullstein Verlag* | Taschenbuch | Übersetzung: Swen Lasse Ave | 358 Seiten | 16,00 €

INHALT:
Banjo und Finlay können sich nicht erinnern, wann sie das letzte Mal umarmt worden sind oder gespürt haben, dass sie jemandem etwas bedeuten. Vor drei Jahren teilten sie sich ein Zimmer im Jugendwohnheim und gaben einander Halt – bis ein schlimmer Streit ihre Freundschaft zerstörte. Jetzt studiert Finlay Krankenpflege und verliebt sich in den Medizinstudenten Akash. Banjo jobbt in einem Café und lernt die warmherzige Alena kennen. Doch beide tragen zu tiefe Wunden mit sich, als dass sie sich einfach so in ihr Glück fallen lassen könnten. Während Finlay Hausarbeiten, Nebenjob und Geldsorgen jongliert, hat Banjo Schwierigkeiten, sich an seiner neuen Schule und in seiner neuen Pflegefamilie einzugewöhnen. Können die beiden den Mut finden, den Schmerz ihrer Vergangenheit endlich loszulassen?
MEINUNG:
Ich lese sehr gerne Coming-of-Age Geschichten, besonders wenn sie auch queer sind und in Schottland spielen und deswegen bin auf Glasgow Boys aufmerksam geworden.
Die Geschichten von Finlay und Banjo starten zunächst parallel. Finlay beginnt ein Studium zur Pflege und Banjo ist starten wieder einmal an einer neue Schule und bei neuen Pflegeeltern. Das haben sie beide gemeinsam und das ist auch der gemeinsame Punkte, an dem sie sich kennen gelernt haben. Bei Erzählstränge starten zunächste relativ ruhig. Beide versuchen sich in dem neuen Umfeld zurecht zu finden, stellen aber schnell fest, dass sie alte Muster verfallen, vor allem wenn es darum geht Beziehungen zu neuen Personen zu knüpfen. Finlay zieht sich komplett zurück und Banjos Impulskontrolle lässt ihn schnell im Stich und es kommt auch zu handgreiflichen Auseinandersetzungen.
Im zweiten Drittel zieht für mich das Tempo ein bisschen an, denn beide verstricken sich so ein bisschen. Es gibt in jedem Kapitel gibt es kleine Rückblicke in die gemeinsame Geschichte und dass sie einander wichtig waren, allerdings ist auch klar, dass es ein Ereignis gab, dass sie getrennt hat. Emotional wird die Geschichte auch intensiver. Die Autorin schildert die Emotionen der beiden so tief, eindringlich und vor allem authentisch – ihre Wünsche nach Liebe und vor allem auch Berührung, dass es fast schon schmerzhaft ist. So vieles ist für beide nicht selbstverständlich, wie z.B. einfach bei jemanden anderen Abendessen zu bekommen, Freundschaften, in denen ihnen Freiraum gegeben wird etc. Beim Lesen wollte ich beide einfach nur in den Arm nehmen. Von erfährt einzelne Brocken dazu, warum sie in der Pflege gelandet sind, aber das genügt auch, um sich selbst genug ausmalen. Das Buch ist ab 14 Jahren empfohlen und daher gibt es keine expliziten beschriebenen Szenen. Es gibt auch Triggerwarnungen am Anfang des Buches, die darauf hinweisen.
Zu Erwähnen ist hier auch die Übersetzung von Swen Lasse Ave, der hier vor allem Banjo auch ein angepasstes Deutsch verpasst hat, damit er so eine Art Dialekt hat.
FAZIT:
Glasgow Boys hat mich wirklich mitgenommen und beschäftigt. Es führt vor Augen, dass es nicht selbstverständlich ist auf die Welt zu kommen, geliebt und umsorgt zu werden und wie man mit so einer Kindheit und Jugend zu kämpfen hat. Eine große Empfehlung nicht nur für Jugendliche.
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Ullstein Verlag* über Vorablesen* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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