Kurz-Rezension „Das Krähenzimmer“ – Carolin Frey

Rowohlt Verlag* | Broschierte Ausgabe | 452 Seiten | 18,00 € 

INHALT:

Es sollte der sicherste Ort der Welt sein. Das gemütliche Reetdachhaus hinter den Dünen, wo Lotta die glücklichsten Tage ihrer Kindheit verbrachte. Sie weiß genau, wo der Schlüssel liegt, wie die Krähen im Garten klingen. Hier will sie sich verstecken, hier wird sie niemand finden. 
Doch anders als früher, als der Strand voller Touristen und alles bunt und lebendig war, scheint das Örtchen am Meer jetzt verwaist. Und auch im Haus ist etwas anders als früher. Lotta hat immer öfter das Gefühl, nicht allein zu sein. Jemand beobachtet sie. Jemand folgt ihr, wenn sie draußen ist. Jemand ist bei ihr, wenn sie schläft.
Lotta beginnt, an ihrem Verstand zu zweifeln. Was ist mit diesem Haus, das sie so gut kannte? Warum sind die Menschen so abweisend?
Als sie anfängt, Fragen zu stellen, setzt sich ein düsteres Bild zusammen. Das Haus in den Dünen scheint eine Geschichte zu haben, die es tief in sich bewahrt. Eine Wahrheit, verborgen in einem Tagebuch. 
Dann erfährt Lotta von der jungen Frau, die vor ihr hier war. Die auch in diesem Haus wohnte.
Die vor ihr hier gestorben ist … 

MEINUNG:

Ich war hier sehr neugierig, dass es mal wieder ein neue deutsche Thrillerautorin gibt und war wirklich sehr gespannt auf Das Krähenzimmer.

Lotta ist so die typische Anti-Heldin, die an einem Punkt in ihrem Leben steht, wo sie nicht weiter weiß. Als sie dann in dem fiktiven Ort Geelekow ankommt, wird sie da zunächst misstrauisch beäugt, aber man nimmt sie dann doch auf in die Gemeinschaft. Viele von den Nebencharakteren sind ebenfalls in Lottas Alter. Ganz typisch sind die erstmal ganz sympathisch, aber irgendwie war ich mir nicht sicher, wem man da trauen kann. Eine Person ist am Ende immer der Täter bzw. die Täterin.

Die Atmosphäre hat mir gut gefallen. Die Autorin hat das kalte, winterliche Wetter an der Ostsee sehr gut eingefangen. Auch die viele typischen Passagen für einen Psychothriller, wie das Lotta scheinbar paranormale Dinge erlebt, gepaart mit den Tagebucheinträgen, waren hier vorhanden. Die Autorin hat auf jeden Fall verstanden, wie man einen solchen Roman konstruiert, allerdings fand ich es eben genau das – etwas zu konstruiert. Die Geschichte braucht wirklich lange bis es sowas wie einen Spannungsbogen gibt und man endlich dem Kern der Geschichte näher kommt. Es hätte mir besser gefallen, wenn hier schon früher Hinweise kämen oder wenn Lotta früher die eigenen Nachforschungen begonnen hätte. 

 

FAZIT:

Das Krähenzimmer war für einen Debüt-Thriller wirklich solide, aber da ist noch Luft nach oben. Ich bin sicher da werden noch Thriller von der Autorin folgen, in denen sie sich weiter entwickelt.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Rowohlt Verlag* über Netgalley* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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