Rezension „Der Brief“ – Carolin Hagebölling

dtv Verlag |Broschiert | 176  Seiten | 14,90 € |Amazon 

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INHALT:

Es ist ein Brief, der alles infrage stellt, was sie bisher für real gehalten hatte: Marie, Anfang 30, ist höchst irritiert, als sie die Zeilen ihrer alten Schulfreundin Christine liest. Darin ist von Maries Leben in Paris die Rede, von ihrem Mann Victor, dem erfolgreichen Galeristen – und von ihrer lebensbedrohlichen Krankheit. Tatsächlich erfreut sich Marie bester Gesundheit, arbeitet als Journalistin in Hamburg und führt eine glückliche Beziehung mit Johanna. Aber der mysteriöse Brief lässt ihr keine Ruhe. Kurz entschlossen reist Marie nach Paris. Und findet sich in einem Leben wieder, das ihr seltsam vertraut ist und mit dem sie sich auf unerklärliche Weise verbunden fühlt.

MEINUNG:

Das Buch ist mir wegen seiner vielen guten bis sehr guten Meinungen ins Auge gefallen. Ich wollte unbedingt wissen, was es mit dem Brief auf sich hat und ich wurde mit diesem Buch nicht enttäuscht.

Das Buch fängt gleich ohne große Umschweife mit dem besagten Brief an und nimmt dann recht zügig an Fahrt aus. Immer wenn man dachte, dass der vermeintliche Spuk in Maries Leben ein Ende hatte, dann kam es neue Hiobsbotschaft. Carolin Hagebölling weiß definitiv wie sie ihre Leser bei der Stange hält. Die Verzweiflung von Marie, die mit Verlauf des Romans immer stärker wird auf Grund der Ereignisse, die fast keine Atempause gönnen, ist zwischen den Seiten stetig spürbar und griff dann auch auf mich über. Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, welche plausible Erklärung es am Ende geben wird.

Ich bin kein großer Fan von Romanen, die in Paris spielen, weil mir dieser einfach zu klischeebeladen ist, aber die Autorin schafft selbst bei mir die Lust in ebendiese Stadt zu reisen auszulösen. Der parallel gewählte Spielort, Hamburg, gefiel mir natürlich auch sehr gut, da ich selbst dort lebe.

Leider bleibt eben diese plausible Erklärung am Ende aus. Die Autorin beabsichtigt mit ihrem Ende, dass man sich mit einer ganz gewissen Fragestellung auseinander setzt. Die Botschaft ist bei mir angekommen, aber ich war trotzdem enttäuscht. Ich hätte mir schon Auflösung, sagen wir, in einer Grauzone zwischen Realität und Wahrnehmung gewünscht.

Ich konnte mich auch nicht ganz mit der Reaktion von Marie auf ein bestimmtes Ereignis am Ende anfreunden. Natürlich musste sie auf Grund ihrer Situation Stärke beweisen, aber eine Tatsache ließ sie dagegen recht kalt. Das hat mir nicht so gut gefallen und dem Bild, was ich dahin von Marie hatte, auch nicht gut getan.

FAZIT:

Der Brief hat eine ungeheure Sogwirkung und ist durchweg spannend geschrieben. Ich hatte es in ein paar Stunden ausgelesen. Lediglich das Ende und die Entwicklung von Marie zum Schluss haben mir nicht ganz zu gesagt, trotzdem eine Leseempfehlung für dieses besondere Buch!

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Ein Gedanke zu “Rezension „Der Brief“ – Carolin Hagebölling

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