Rezension „Vintage“ – Grégoire Hervier

Diogenes Verlag | Hardcover | Übersetzer: Alexandra Baisch, Stefanie Jacobs| 400 Seiten | 24,00 € |Amazon und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Einem jungen Gitarristen und Journalisten bietet sich der große Deal und die Story seines Lebens: eine Million, wenn er beweisen kann, dass die ›Gibson Moderne‹, die legendärste Gitarre aller Zeiten, tatsächlich existiert hat. Auf seiner Suche begegnet er besessenen Musikliebhabern, leidenschaftlichen Sammlern, zwielichtigen Gestalten und sagenumwobenen Instrumenten. Eine faszinierende Reise quer durch Amerika und die goldenen Jahre von Blues und Rock. Ob Freak oder Liebhaber, Vintage ist eine Geschichte, bei der in jedem eine Saite erklingt.

MEINUNG:

Ich bin an das Buch mit relativ wenigen Erwartungen heran gegangen. Musik war in meiner Jugend mal ein großes Thema gewesen, aber heute hat das stark nachgelassen. Anfangs war ich skeptisch, ob man hier nicht mit Details aus der Musikgeschichte überhäuft wird und dass ich dem Buch ohne Vorwissen nicht folgen werden kann. Soviel kann ich sagen: Ja, man wird hier mit Musikgeschichte konfrontiert und nein, man braucht aber kein Vorwissen. Vintage ist ein Buch, was sich still und heimlich auf einen der oberen Plätze auf meiner Highlightliste für 2017  geschoben hat.

Ohne große Einleitung ist man bei diesem Buch eigentlich gleich mitten im Geschehen. Thomas, der Hauptcharakter ist Journalist, Musiker und arbeitet vertretungsweise in einem Geschäft für Gitarren. Für dessen Inhaber soll er eine Gitarre zu deren neuen Besitzer nach Schottland bringen. Dieser mysteriöse Gitarrenliebhaber gibt ihm für ein lukratives Angebot den Auftrag die ›Gibson Moderne‹, die legendärste Gitarre aller Zeiten, zu finden, die ihm angeblich entwendet worden ist. Thomas nimmt dieses Angebot an und sein Weg führt ihn relativ schnell in die USA.

Dort beginnt auf vielen Etappen ein Road Trip durch vor allem die Südstaaten der USA. Wir begleiten Thomas dabei, wie er versucht die Existenz Moderne, wie sie kurz genannt wird, zu bestätigen. Dabei trifft er allerlei zwielichtige und skurrile Leute. Das Ganze ist auch nicht immer ganz ungefährlich, denn viele haben Interesse an der Modernen. Die Handlung entwickelt sich dann mehr und mehr in einen wirklichen Spannungsroman (Krimi oder Thriller wäre vielleicht nicht richtig), der eine ungeheure Sogwirkung entwickelt. Gespickt ist die Handlung mit vielen Details aus der Rockgeschichte, sowohl Künstler als auch Musikstile und Instrumente. Auch das Südstaatenflair konnte man förmlich auf den Seiten atmen hören. Hervier schafft außerdem einen fiktiven Musiker, der ein solch spannender Charakter ist, dass von ihm sofort eine Biographie lesen würde. Die Mischung aus Fiktion und wahre Tatsachen gelingen dem Autor spielend.  Ich wollte immer mehr wissen und die Handlung um Thomas wurde oft zu Nebensache.

Wirklich beachtenswert ist auch die Beschreibung der Musik. Musik ist ja häufig ein beliebtes Thema in Romanen, aber es nicht leicht diese so zu beschreiben ohne sie wirklich zu hören. Doch Hervier macht das großartig. Besagter Musiker, ein Ausnahmetalent schafft einen Musikstil, der in dem Buch revolutionär ist. Ohne ihn gehört zu haben, war ich einfach begeistert davon. Schriftstellerisch ist das Buch wirklich herausragend und sollte noch ganze viele Leser finden. Ich hoffe, dass von Hervier noch mehr übersetzt wird.

FAZIT:

Vintage hat für mich alles, was in meinen Augen zu einem herausragenden Roman ausmacht: Eine spannende Geschichte, bei der man kein Vorwissen haben muss und am Ende etwas dazu gelernt hat, einen sympathischen Hauptcharakter und eine unfassbare Sogwirkung. Ein wirklich klasse Buch, was ich nur jedem ans Herz legen kann.

Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Wasliestdu zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

 

Ein Gedanke zu “Rezension „Vintage“ – Grégoire Hervier

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