Book not worth the hype #4 [Die Perfekten – Caroline Brinkmann]

One Verlag* | Gebundene Ausgabe | Übersetzer: Silvia Kinkel | 608 Seiten | 18,00 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Rain ist ein Ghost. Sie lebt außerhalb des Systems. Seit ihrer Geburt ist sie auf der Flucht vor den Gesegneten, einer perfekten Weiterentwicklung der Menschen, die mit eiserner Hand regieren und das Volk unterdrücken. Rain weigert sich jedoch, sich ein Leben lang zu verstecken, und begeht einen fatalen Fehler. Sie bricht die wichtigste Regel der Ghosts: Vertraue niemandem!

MEINUNG:

Auf diese vielgelobten Dystopie aus deutscher Feder habe ich mich sehr gefreut, nicht nur, weil es so viele sehr gute Stimmen dazu gab, sondern auch weil ich Dystopien immer sehr zugetan bin und diese gerne lese. Dennoch ist mir bewusst, dass man hier das Fahrrad sprichwörtlich nicht immer neu erfinden kann und Vergleich zu Die Tribute von Panem häufig im Raum steht.

Dieses gewisse Panem-Feeling hatte ich bei Die Perfekten (leider) auch. Da waren einige Szenen, wo ganze Filmsequenzen vor meinem inneren Auge abliefen. Auch in einigen Details des Weltenaufbaus und dem Konstrukt der Geschichte findet man Anlehnungen an Panem in meinen Augen. Dennoch ist die Geschichte ganz anders konzipiert.

Die Geschichte ist aus der Sicht von Lark und Rain erzählt, allerdings nicht in der Ich-Perspektive. Solche Wechsel finde ich an sich nicht schlecht, aber mich stört es, wenn das mitten in einem Kapitel passiert und die unterschiedlichen Sichten lediglich durch einen Absatz gekennzeichnet sind. Mir fällt es dann immer so schnell umzuschalten. In meinen Augen ist das nicht gut gemacht gewesen und hat auch den Lesefluss gestört.

Was auch den Lesefluss gestört hat ist die fehlenden Spannung und der Schreibstil. In der ersten Hälfte gibt es eine spannende Wendung, die Buch richtig hätte pushen können, aber das Potenzial wurde leider nicht genutzt. Ich habe das Buch bis zur Hälfte gelesen und dann wochenlang liegen lassen, weil mir einfach die Motivation gefehlt hat. Ich empfand den Schreib- und Erzählstil als unglaublich zäh, obwohl es eigentlich flüssig geschrieben ist. Ich kann nicht genau sagen, woran es gelegen hat, aber ich konnte nicht mehr als 50 Seiten am Stück lesen. Es las sich alles wie ein nicht enden wollenden Einleitung. Ich habe immer auf den großen Knall gewartet und mich gefragt, was eigentlich das Ziel ist.

Erst zum Ende kommt ein bisschen mehr Fahrt in die Geschichte, aber auch hier hatte ich das Gefühl, dass die Autorin sich verzettelt. Stellenweise verliert sie sich in Nebensächlichkeiten, die die Handlung nicht voranbrachten. Mit den Charakteren wurde ich auch nicht richtig warm, obwohl Rain definitiv Potenzial hat und auch Stärke beweist. Lark empfand ich als schwach. Er war immer erpressbar mit seiner kranken kleinen Schwester. Die war die Entschuldigung für alles. Lark wäre ein Mensch, dem ich nicht über den Weg trauen würde. Seine Schwäche macht auch seine Gefahr aus. Die Liebesgeschichte zwischen Rain und Lark, die für mich eigentlich keine ist, entwickelt sich am Ende etwas, spielt aber sonst keine große Rolle.

FAZIT:

Dieses Buch hat es mir wirklich schwergemacht. Lange habe ich mich nicht so durch ein Buch quälen müssen. Der Funke wollte bis zum Schluss nicht überspringen. Die Geschicht ist gut gemacht, greift auf Altbekanntes zurück, aber verliert sich häufig in Nebensächlichkeiten. Schade!

Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom One Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

4 Gedanken zu “Book not worth the hype #4 [Die Perfekten – Caroline Brinkmann]

  1. ohh wie schade, dass Du so gar nicht mit diesem Buch warmgeworden bist. Ich laufe da schon ziemlich lange drum herum und kann mich nicht aufraffen es zu kaufen, eben weil ich schon mehrere enttäuschte Rezis dazu gesehen habe. Mittlerweile glaube ich, dass ich NICHT jedes gehypte Buch auch unbedingt lesen MUSS.

    Mein aktuelles (Pheromon) ist auch so ein Beispiel 😦 schleppe mich seit 1.2. durch die 400 Seiten – das sind dann die Momente wo ich mir immer wieder schwöre nie wieder ein Rezi Exemplar anzufragen *lach*

    Liebe Grüße
    Lari

    Gefällt mir

    • Hallo Lari,

      also vielen gefiel es ja auch richtig gut, deswegen war ich auch so angefixt, aber dann schleppte es sich. Ich glaube aber, dass du dir von dem Buch selbst ein Bild machen solltest. Es ist keins, wo ich jetzt sagen würde „Finger weg“. 😉

      Pheromon habe ich über NetGalley bekommen und hatte mich eigentlich darauf gefreut, aber deine Meinung macht natürlich wenig Mut. Hehe, bzgl. nie wieder Rezi-Exemplar anfragen , nur weil das Buch schlecht war. Das kann man ja vorher nicht wissen. Man kauft sich ja auch mal schlechte Bücher. 😉

      Ich wünsche Dir einen guten Start in die Woche!
      Jenny

      Gefällt 1 Person

      • ja das ist mit Pheromon das selbe, den meisten gefiel es und ich stehe daneben und bin wirklich maßlos enttäuscht. Ich bin sehr gespannt was Du dazu meinst. Kann den Aktuellen hype leider gar nicht nachvollziehen. 😦

        Wegen dem Rezi Exemplar nicht mehr anfragen das meinte ich, weil ich Rezi Exemplare ja nicht abbreche, wenn ich es mir gekauft hätte wäre es nach 50 Seiten in die Ecke geflogen bzw auf den Flohmarkt gewandert, da MUSS ichs dann nicht zuende lesen, aber ich finde bei Rezi Exemplaren ist es meine Verpflichtung – für das kostenlose Buch halt – es zu Ende zu lesen und meine Meinung zu verfassen. Hatte die letzten Bücher nicht sooviel Glück mal schauen ob die noch offenen besser sind 🙂

        Liebe Grüße und Dir auch einen schönen Wochenstart – Lari

        Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Monatsrückblick Januar | Eulenmatz Liest

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