Rezension „Jetzt ist alles, was wir haben“ – Amy Giles

cbj Verlag* | Gebundene Ausgabe | Übersetzer: Isabel Abedi | 400 Seiten | 17,00 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Mit diesem Credo hat Hadley McCauley in ihrer Familie gelernt zu überleben. Perfekte Schülerin, perfekte Sportlerin, perfekte Tochter: Nur so kann sie ihren Vater bei Laune halten. Denn hinter der makellosen Fassade der McCauleys verbirgt sich ein hässliches Geheimnis. Um ihre kleine Schwester Lila vor dem unberechenbaren Vater zu schützen, tut Hadley alles. Doch dann tritt Charlie Simmons in ihr Leben und zwischen den beiden entwickelt sich eine verzweifelt-intensive Beziehung. Unterdessen eskaliert daheim die Gewalt, und Hadleys Strategie, nichts preiszugeben, greift nicht mehr. Doch auch als es zur Katastrophe kommt, schweigt sie …

MEINUNG:

Obwohl ich den Klappentext flüchtig gelesen hatte, war ich dann nicht so richtig auf das gefasst, was dieses Buch mir zu bieten hatte. Um es vorne weg zu sagen: Es ist keine leichte Kost und zerrt ganz schön an den Nerven. Wenn der eine oder andere Leser eventuell ähnliches durchgemacht hat, dann sollte man vorsichtig sein, dass man hier nicht getriggert wird. Vieles wird nicht explizit beschrieben, aber man liest auch zwischen den Zeilen.

Hadley McCauley ist das perfekte Mädchen. Alles an ihr ist perfekt und sie sorgt auch dafür, dass es so bleibt. Man spürt aber recht schnell, dass da eine unterschwellige Angst lauert und genauso schnell klar, wer dafür die Ursache ist: Ihr Vater. Ihr Vater ist ein absolut jähzorniger und aufbrausender Mensch, der andere Menschen gerne dominiert und beim kleinsten Fehler körperlich misshandelt. Hadley hat noch eine kleine 10-jährige Schwester, Lila, die sie schützen möchte, denn diese hat ihr Vater bisher verschont und Hadley möchte auch dass es so bleibt, auch wenn das auf ihre Kosten geht.

Nun könnte man glauben, dass es auch noch eine Mutter gibt, die ihre Kinder schützen könnte, aber leider erträgt diese ihr Leben auch nur noch mit Alkohol. Sie ist auch die Person, die mich am meisten aufgeregt hat, weil sie einfach alles geschehen lässt und sich bei der Misshandlung von Hadley auch noch verkriecht, um es nicht hören und sehen zu müssen.

In Hadleys Umfeld gibt es eine Menge Leute, die ahnen, was in der Familie los ist. Doch Hadley tut immer so als wäre alles in Ordnung. Immer wieder lässt sie sich Ausreden und Lügen einfallen, wenn z.B. mal wieder Hüfte von den Tritten ihres Vaters schmerzt. Beim Lesen bekommt man ebenfalls richtig Angst vor ihrem Vater. Es ist eine wahre Achterbahn der Gefühle. Bei solchen Geschichten habe ich immer das Gefühl, ich kann die Protagonisten nicht allein lassen und muss einfach weiterlesen, in der Hoffnung, dass sie endlich einen Weg aus diesem Alptraum finden. Ich habe das Buch in zwei Tagen gelesen. Die negative Spannung hat dazu ihr Übriges getan.

FAZIT:

Obwohl die Geschichte sehr intensiv, sehr mitnehmend und sehr düster ist, macht sie auch Hoffnung, dass aus so einer familiären Situation rauskommen kann. Allerdings hilft hier ein wenig der Zufall als der Weg, den man in der Realität beschreiten würde.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom cbj Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

2 Gedanken zu “Rezension „Jetzt ist alles, was wir haben“ – Amy Giles

    • Huhu! Ja, in der Tat ist es ein schwieriges Buch und auch nicht leicht zu verdauen. Ich weiß auch nicht, ob man so ein Buch wirklich empfehlen kann bzw, habe ich mich mit meiner Bewertung echt schwer getan, weil sowas liest man ja nicht gerne.

      Liebe Grüße und ebenfalls ein schönes Wochenende!

      Gefällt 1 Person

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