Rezension „Kaffee und Zigaretten“ – Ferdinand von Schirach

Luchterhand Verlag* | Broschierte Ausgabe | 192 Seiten | 20,00 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Ferdinand von Schirachs neues Buch »Kaffee und Zigaretten« verwebt autobiographische Erzählungen, Aperçus, Notizen und Beobachtungen zu einem erzählerischen Ganzen, in dem sich Privates und Allgemeines berühren, verzahnen und wechselseitig spiegeln. Es geht um prägende Erlebnisse und Begegnungen des Erzählers, um flüchtige Momente des Glücks, um Einsamkeit und Melancholie, um Entwurzelung und die Sehnsucht nach Heimat, um Kunst und Gesellschaft ebenso wie um die großen Lebensthemen Ferdinand von Schirachs, um merkwürdige Rechtsfälle und Begebenheiten, um die Idee des Rechts und die Würde des Menschen, um die Errungenschaften und das Erbe der Aufklärung, das es zu bewahren gilt, und um das, was den Menschen erst eigentlich zum Menschen macht. In dieser Vielschichtigkeit und Bandbreite der erzählerischen Annäherungen und Themen ist »Kaffee und Zigaretten« das persönlichste Buch Ferdinand von Schirachs.

MEINUNG:

Ihr wisst, dass ich großer Fan von Ferdinand von Schirach bin und ich habe wirklich alles, was von ihm bereits erschien ist schon mehrfach gelesen. Glücklicherweise kann man sich eigentlich darauf verlassen, dass auch jedes Jahr etwas Neues rauskommt. In diesem Jahr also der aus 48 Stories bestehende schmale Erzählungsband Kaffee und Zigaretten.

Diese 48 Stories sind unterschiedlich lang, manchmal mehrere Seiten, manchmal nur eine halbe Seite. Ich habe mir das „Büchlein“ diesmal auf drei Tage aufgeteilt, um mehr und länger davon etwas zu haben.

Von Schirach lässt diesmal auch einige persönliche Erlebnisse aus seiner Kindheit und Jugend mit einfließen. Einige Stories beziehen sich wie immer auf seine Rechtsfälle und vor allem aber auf die Menschen, denen er dabei begegnet. Diese gefielen mir am besten, da sie mich sehr an seine „Fallsammlungen“ wie Schuld und Verbrechen erinnern. Andere Textpassagen kann man fast schon als Kuriositäten des Alltags und des Zeitgeschehens ansehen. Das war für mich ganz nett zu lesen, da es in von Schirach typischem Schreibstil gehalten ist, aber einen wirklichen Mehrwert konnte ich dort jetzt nicht erkennen. Diese Stories werden bei mir nicht lange im Gedächtnis bleiben, weil ich nicht ich die Aussage, sofern es eine gab, nicht ganz nachvollziehen konnte. Mancher wirkte schlicht und einfach belanglos. Man erkennt auch nicht so richtig einen roten Faden, aber vielleicht es genau das was der Titel vermuten lässt: Geschichten, die man zwischen Kaffee und Zigaretten teilt. 😉

FAZIT:

In Kaffee und Zigaretten nimmt uns Ferdinand von Schirach wieder mit auf eine Reise durch seine Erinnerungen, Erfahrungen und Erlebnisse. Einen wirklich roten Faden kann nicht erkennen, aber vielleicht soll es genau so sein. Für mich als Fan des Autors was es natürlich ein Must Read, aber ich würde es nicht als Einstieg für Leser empfehlen, die von Schirach neu entdecken wollen. Man könnte eventuell enttäuscht sein.

 Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Luchterhand Verlag*zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

Weitere Rezensionen:

„Die Herzlichkeit der Vernunft“ – Ferdinand von Schirach/ Alexander Kluge

„Carl Tohrberg“ – Ferdinand von Schirach

„Schuld: Stories“ – Ferdinand von Schirach

„Terror: Ein Theaterstück und eine Rede“ – Ferdinand von Schirach

 

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