Rezension „Der Duft der weiten Welt“ – Fenja Lüders

Bastei Lübbe Verlag* | Broschierte Ausgabe | 320 Seiten | 12,90 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Hamburg, 1912: Mina Deharde liegt der Kaffeehandel im Blut. Kein Wunder, verbringt sie doch jede freie Minute im Kaffeekontor ihres Vaters, mitten in der Hamburger Speicherstadt. Doch beide wissen, dass sie als Frau das Geschäft nicht übernehmen kann, und einen männlichen Erben gibt es nicht. Während Mina davon träumt, mit ihrem Jugendfreund Edo nach New York auszuwandern, hat ihr Vater andere Pläne für sie. Mina muss sich entscheiden: zwischen Pflicht und Freiheit, Liebe und Familie …

MEINUNG:

Dieses Jahr habe ich einiges an historischen Romanen gelesen, die in der gleichen Zeit wie Der Duft der weiten Welt spielen und in denen es um die Kontor Besitzer in der Hamburger Speicherstadt gibt. Da ich in Hamburg lebe, habe ich beim Lesen die Bilder im vor Augen, wie dort der Handel in dieser Zeit floriert hat.

Der Duft der weiten Welt ist der erste Teil einer meines Wissens nach Trilogie (Band 2 und 3 erscheinen 2020). Es geht um die junge Mina Deharde, die Tochter eines Kaffekontorbesitzers ist. Mina ist eine junge Frau, die weiß, was sie möchte, aber ihre Wünsche und Vorstellungen passen zum Teil nicht so gut in die Zeit, in der sie lebt. In dieser Zeit sind die sozialen Schichten noch sehr ausgeprägt, was Mina schnell zu spüren bekommt als sie sich in Edo, dem Lehrling ihres Vaters verliebt. Zu dieser Zeit werden die Mädchen auch auf sogenannte Pensionate geschickt, auch mit dem Ziel auf eine lukrative Heirat vorbereitet zu werden, denn ohne einen, wenn möglich wohlhabenden Mann, steht den jungen Frauen keine wirklich aussichtreiche Zukunft bevor.

In dieser Welt ist auch nicht vorgesehen, dass junge Frauen wie Mina sich für die Geschäfte ihrer Väter interessieren oder gar dort richtig arbeiten und auch mitreden wollen. Doch genau das möchte Mina, vor allem als es dem Vater gesundheitlich nicht gut geht. Ich habe beim Lesen immer sehr mit Mina mitgefühlt. Man spürte ihre Zerrissenheit zwischen Pflicht gegenüber der Familie und den eigenen Wünschen, denn man muss sich vor Augen führen, dass der Kontor im Falle des Ablebens von Minas Vater nur in der Familie verbleiben kann, wenn Mina einen entsprechenden Mann heiratet, der dann offiziell das Geschäft übernehmen kann. Mina gerät damit nicht nur in den innerlichen Konflikt, sondern auch in den Konflikt mit ihrem Vater. Auch der führt ihr das immer wieder vor Augen. Ihr Verhältnis ist recht innig, aber in dem Fall auch sehr ehrlich. Ihr Vater erkennt Minas Wünsche und Potentiale.

Am Ende des Buches ist Mina gezwungen gewisse Entscheidungen zu treffen. Bei solcher Literatur bin ich immer froh, dass ich in einer anderen Zeit geboren bin, in der ich freier entscheiden kann als Frau. Umso wichtiges war es damals, dass es Frauen wie Mina gab, die auch für Frauen, die gleichen Rechte haben wollte wie für Männer. Mina ist jetzt nicht zwangsläufig eine absolute Aktivistin, aber sie lehnt sich auf und geht in die Diskussion. 

FAZIT:

Der Duft der weiten Welt hat mir gut gefallen. Ich mochte die Hamburger Kulisse in der Speicherstadt, die ich mir gut vorstellen konnte. Mina ist eine starke Protagonistin, die versucht ihren Weg zu finden zwischen Pflicht und persönlicher Freiheit. Ich bin gespannt, wie es hier weiter geht.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Bastei Lübbe Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

 

3 Kommentare zu „Rezension „Der Duft der weiten Welt“ – Fenja Lüders

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