Rezension „Nix passiert“ – Kathrin Weßling

Ullstein Verlag* | Broschierte  Ausgabe | 368 Seiten |18,00 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

INHALT:

Alex ist verlassen worden. Und ohne Jenny ist Berlin einfach nichts. Kurzentschlossen nimmt Alex sich eine Auszeit im Kaff seiner Kindheit. Doch statt Erholung sieht er sich mit einer Idylle konfrontiert, die keine ist, nie wirklich eine war – auf jeden Fall nicht für ihn. Statt Unterstützung gibt es Familienstreit, offene Rechnungen mit alten Freunden und vor allem Langeweile. Und Alex fragt sich, ob er die Kleinstadt eigentlich jemals hinter sich gelassen hat. Und was überhaupt Zuhause bedeutet.

MEINUNG:

Ich folge der Autorin schon länger auf Instagram und habe vorher Super und dir? gelesen und es hat mich so ein bisschen rat- bis fassungslos zurück gelassen. Auf Nix passiert war ich trotzdem sehr gespannt. Die Lesung in Hamburg hat mich sofort dazu inspiriert mit dem Buch zu beginnen.

Es beginnt damit, dass Alex von meine Namensvetterin Jenny verlassen worden ist und für Alex spricht wortwörtlich eine Welt zusammen. Nun kann jeder Mensch unterschiedlich mit Liebeskummer umgehen, für Alex ist es sein persönliches Waterloo und ein normaler Alltag ist nicht mehr möglich. Ich würde sagen, dass die Verzweiflung wirklich schon so groß ist, dass Alex sich hier selbst schadet. Ich glaube, wer so ein Verlassen werden schon einmal erlebt hat, der kann das nachvollziehen. Ich konnte es zumindest. Kathrin Weßling schreibt auch sehr, sehr intensiv und es ist unfassbar, was in Alex Kopf so abgeht.

Weil er es in Berlin nicht mehr aushält, quartiert er sich bei seinen Eltern in seiner Heimatstadt wieder ein. Den wahren Grund verschweigt er seinen Eltern, die natürlich trotzdem misstrauisch sind. Alexs Geburtsstadt ist das ganze Gegenteil von Berlin. In seiner Jugend wollte Alex unbedingt weg und nun scheint dieser Ort gerade recht zu sein. Lustigerweise bin ich selbst in Berlin geboren und ausgewachsen und kann es natürlich nicht nachvollziehen in einer kleinen Stadt groß geworden zu sein. Die Autorin beschreibt es dennoch wahnsinnig amüsant, aber natürlich auch immer mit ernsten Untertönen und auch niemals abwertend. Ganz im Gegenteil, Berlin als Lebensmittelpunkt kommt hier wirklich sehr schlecht weg und ist meiner Meinung nach auch sehr klischeebehaftet. Falls es keine Klischees sein sollten, dann ist es traurig zu lesen, was aus meiner Heimat geworden ist.

In der Zeit bei seinen Eltern versucht Alex wieder zu sich selbst zu finden bzw. fängt an zu hinterfragen wer er selbst eigentlich ist. Man ahnt schon, dass es bei Alex noch eine Vorgeschichte gibt, denn sein Verhalten, was viel von Ängsten und Panik geprägt ist seit der Trennung, wirkte immer mehr verstörend. Es gab Stellen, die fand ich wirklich sehr anstrengend. Es ist war nötig das Buch dann mal zur Seite zu legen. Von Alex‘ Eltern hätte ich heute wie damals ein bisschen mehr Verständnis und Unterstützung erwartet. Ich weiß es nicht, ob an dem mangelnden Wissen liegt, aber auch seinem Bruder konnte ich wenig Sympathie abgewinnen. Man hat irgendwie den Eindruck, dass man hier wenig über die wirklich wichtigen Dinge spricht. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Städter wie sie Leute vom Land nennen, da doch anders sozialisiert sind.

FAZIT:

Nachdem mich Super und dir? ein bisschen verstört und ratlos zurück gelassen hat, konnte mich Nix passiert sehr gut abholen. Sehr eindringlich beschreibt die Autorin, was passiert, wenn man Verlassen wird und welche Chance es bietet sein bisheriges Leben zu hinterfragen. Außerdem sehr gut und sehr ehrlich dargestellt, wie das Leben in der Großstadt (Berlin in dem Fall) einen beeinflusst und auch limitiert in der Hinsicht man selbst sein zu können.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Ullstein Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

4 Kommentare zu „Rezension „Nix passiert“ – Kathrin Weßling

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