Rowohlt Verlag* | Gebundene Ausgabe | 112 Seiten | 8,00 € | Amazon* und im örtlichen Buchhandel
INHALT:
Pauline Harmange hasst Männer – und zwar alle bis auf ihren Ehemann. In ihrem kurzen, pointierten Essay appelliert sie offenherzig, provokativ und nicht ohne Witz an alle Frauen, sich nicht mehr darum zu scheren, was sie in einer männerdominierten Umwelt vorfinden. Dabei ist ihr Buch keineswegs ein Aufruf zur Gewalt, sondern eine Aufforderung zum Umdenken: Frauen sollten das Recht haben, Männern misstrauisch zu begegnen. Denn dieser Perspektivwechsel kann ein emanzipatorischer und freudvoller Umgang mit einer Welt sein, die noch immer von Ungleichheiten in den Geschlechterbeziehungen geprägt ist, eine Möglichkeit der Befreiung in ein selbstbestimmteres Leben, in dem mehr Raum für weibliche Solidarität und mehr Verschwesterung sein sollte.
MEINUNG:
Ich hasse Männer, ein Essay, welche schon in Frankreich für viel Furore gesorgt hat und auch mir ist dieses Büchlein durch den recht provozierenden und polarisierenden Titel ins Auge gefallen. Der sogenannte Hass gegen Männer wird als Misandrie bezeichnet und Pauline Harmange sagt über sich selbst, dass sie alle Männer hasst, außer ihrem eigenen Ehemann.
Feministische Themen sind mir selbst sehr wichtig, aber ich dahingehend noch nicht viel gelesen. Pauline Harmanges Essay kann sich gut als Einstieg eignen, auch wenn die geneigte Leserin vielleicht noch nicht soweit gehen möchte sich selbst als Männerhasserin zu bezeichnen. Hass ist in meinen Augen auch ein sehr starkes Gefühl, dass man eher weniger zu lassen sollte, aber in meinen Augen möchte Pauline hier natürlich polarisieren und aufmerksam machen und das schafft sie in meinen Augen auch. Ihre prägendste Gedankenstütze, die ich aus dem Text mit nehme, wenn ich je wieder Situationen habe, in denen ich Zweifel habe: „Was würde ein mittelmäßiger weißer Mann tun?“ Wenn sich als Frau anfängt diese Frage zu stellen, dann könnte man unter Umständen ruhiger leben und sich von den ganzen Erwartungen freie machen, von denen man glaubt, dass sie auf einem lasten. Die Frage soll zu mehr Selbstvertrauen der Frauen anregen und dem Selbstverständnis dafür, dass wir ein freies, selbst bestimmtes Leben führen können und uns nicht den Regeln der Männerwelt unterwerfen sollten.
Pauline ruft auch zu mehr weiblicher Solidarität und Verschwesterung auf. Sie zeigt auf, dass vor allem wir Frauen unter einander viel zu hart mit uns selbst ins Gericht gehen und im Gegenteil nicht lieber zusammen halten. Frauen sollten aufwachen und die männliche Dominanz nicht einfach hinnehmen. Lustig finde ich, wie viel Gegenwehr sie bekommt als sie ihre Misandrie offen zu gibt. In einer von Männern dominierten Welt, haben Männer davon doch keinerlei Schaden, stellt sie fest. Ihre Meinung dazu ist für uns Frauen, schlichtweg irrelevant ist, weil es allein unser Thema ist.
FAZIT:
Ich hasse Männer ein provozierendes, feministischer Essay, welches von einer Frau für Frauen geschrieben ist und auf polarisierenden, aber auch humorvolle Art und Weise dazu aufruft mehr weibliche Solidarität zu zeigen und die männliche dominierte Welt zu hinterfragen, nicht einfach hinzunehmen und damit den Weg in ein selbstbestimmtes Leben für sich selbst zu ebenen.
Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Rowohlt Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.
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