Rezension „Grenzfall“ – Anna Schneider

Fischer Verlag* | Taschenbuch | 432  Seiten | 10,99 € | Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Am Brauneck in Lenggries wird an einer Felswand eine leblose Frau entdeckt. Doch was auf den ersten Blick wie ein Kletterunfall aussah, entpuppt sich als grausamer Mord. Dem Oberkörper der Toten wurden Beine aus Stroh angenäht. Kurz darauf tauchen weitere Leichenteile am Achensee in Tirol auf. Stammen sie ebenfalls von der Toten? Doch weshalb sollte der Täter die Leiche auf zwei Länder verteilen?

Für die junge und engagierte Oberkommissarin Alexa Jahn, die gerade ihren Dienst bei der Kripo Weilheim angetreten hat, ist es die erste große Ermittlung. Sie könnte jede Unterstützung gebrauchen, doch auf den desillusionierten Kollegen auf österreichischer Seite, Chefinspektor Bernhard Krammer, kann sie nicht zählen.

MEINUNG:

Grenzfall – Der Tod in ihren Augen ist der Auftakt der neuen Reihe der deutschen Oberkommissarin Alexa Jahn und dem österreichischen Chefinspektor Bernhard Krammer. Die Reihe spielt in der deutsch-österreichischen Grenzregion Karwendel. Ich bin dort auch selbst schon häufig gewesen und habe mich daher sehr auf diese Reihe gefreut.

Alexa Jahn, die ursprünglich aus Aschaffenburg kommt, wechselt zur Kripo nach Weilheim. Sie ist kann noch nicht einmal richtig ihren Dienst antreten, da wird sie schon zu einem grausamen Mord in Lenggries am Brauneck gerufen. Die ermordeten ist Frau, deren kompletter Unterleib fehlt. Dieser Unterleib taucht in Tirol wieder auf und ruft Chefinspektor Bernhard Krammer auf den Plan.

Alex Jahn ist sehr motiviert ihren Job als Oberkommissarin gut zu erfüllen, aber sie auch Respekt davor. Es wird für sie zur großen Herausforderung als sie die ganze Ermittlung selbst leiten muss. Für meinen Geschmack nimmt ihre innere Stimme und ihre Zweifel darüber, ob sie das alles schafft und wie sie sich gegenüber den KollegInnen durchsetzt einen großen Raum ein. Ich möchte ihr aber aber zu Gute halten, dass sie trotz aller inneren Zweifel (meistens) sehr souverän agiert. Es gibt nur eine Stelle, wo sie den für Krimi und Thriller üblichen Alleingang tätig. Den Charakter des Bernhard Krammers finde ich sehr gelungen und gut ausgearbeitet. Im Gegensatz zu Alexa, die ich recht blass fand, erschien es mir fast unglaubwürdig, dass beide Charaktere aus der gleichen Schreibfeder stammen. Ich sehe hier einen deutlichen qualitativen Unterschied in der Ausarbeitung der beiden Persönlichkeiten. Auch Bernhards ungarische Kollegin Roza fand ich deutlich interessanter und hätte gern mehr von ihr gelesen.

Die Geschichte braucht ziemlich lange bis endlich ein wenig Spannung aufkommt und auch Fahrt aufgenommen wird. Es dauert fast 200 Seiten bis man überhaupt weiß, wer die Tote ist. Ich habe schon sehr viele Krimis und Thriller gelesen und mir kam der Ablauf der Ermittlung häufiger etwas unstrukturiert und nicht nachvollziehbar vor. Es gibt auch ein bisschen zu viele Zufälle, bei denen auf entscheidende Beweise gestoßen wird. Die Brutalität, die an der Leiche verübt worden ist, passt irgendwie nicht so richtig in die Art des Krimis, in dem ich ihn sehe würde. Die geschildert Brutalität passt für mich auch nicht zum Motiv des Täters und Tathergang der Tat. Der Krimi hätte auch ohne diesen Aspekt funktioniert und wäre für mich glaubhafter in Hinsicht auf die Psyche des Täters gewesen. Ohne den Schluss verraten zu wollen, entlockte ihr mir dennoch ein leichtes Augenrollen, weil diese Wendungen in meinen Augen einfach zu viel des Guten ist und absolut überraschend kam.

FAZIT:

Grenzfall – Der Tod in ihren Augen ist für mich ein solider deutscher Krimi, der durchaus noch hinsichtlich der Spannung, der Gestaltung des Mordfalls und Ausarbeitung einiger Charakter noch ausbaubar ist. Bernhard Krammer und die Region, in der die Reihe spielt, wären allerdings gute Gründe für mich, die Reihe weiterzuverfolgen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Fischer Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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