Kurz-Rezension „Der Sommer meiner Mutter“ – Ulrich Woelk

C.H. Verlag* | Gebundene Ausgabe | 192  Seiten | 19,95 € | Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Sommer 1969. Während auf den Straßen gegen den Vietnamkrieg protestiert wird, fiebert der elfjährige Tobias am Stadtrand von Köln der ersten Mondlandung entgegen. Zugleich trübt sich die harmonische Ehe seiner Eltern ein. Seine Mutter fühlt sich eingeengt, und als im Nachbarhaus ein linkes, engagiertes Ehepaar einzieht, beschleunigen sich die Dinge.
Tobias, eher konservative Eltern freunden sich mit den neuen Nachbarn an, und deren dreizehnjährige Tochter, Rosa, eigenwillig und klug, bringt ihm nicht nur Popmusik und Literatur bei, sondern auch Berührungen und Gefühle, die fast so spannend sind wie die Raumfahrt. Auch die Eltern der beiden verbringen viel Zeit miteinander, zwischen den Paaren entwickelt sich eine wechselseitige Anziehung – „Wahlverwandtschaften“ am Rhein. Und während Armstrong und Aldrin sich auf das Betreten des Mondes vorbereiten, erleben Tobias und seine Mutter beide eine erotische Initiation…

MEINUNG:

Der Sommer meiner Mutter stand auf der Long List des deutschen Buchpreises 2019 und war damals ein Buch in unserem Buchclub. Ich habe es zu diesem Zeitpunkt nicht gelesen, aber ich hatte es immer im Hinterkopf.

Tobi ist 11 Jahre alt und wohnt mit seinen recht konservativen, katholischen Eltern am Stadtrand von Köln. Tobi liebt alles, was mit Raumfahrt zu tun hat und verfolgt mit Spannung die erste Mondlandung. Nicht nur Tobis Leben wird mit dem Einzug der neuen Nachbarn durcheinander gewirbelt. Für Tobi beginnt u.a. seine erotische Initiation mit der zwei Jahre älteren Nachbarstochter Rosa.

Wie man mit 11 Jahren ist weiß ich natürlich nicht mehr so ganz genau. Allerdings war ich irgendwie befremdet von den schon so früh beginnenden sexuellen Handlungen zwischen Rosa und Tobi. Vermutlich ist das relativ normal, weil Rosa zwei Jahre älter ist und auch geistig schon etwas reifer wirkt. Auch Tobis Mutter entwickelt sich durch den Einfluss der Nachbarn. Tobis Vater gefällt das natürlich nicht so wirklich. Er sieht es nicht gern als Tobis Mutter anfangen möchte zu arbeiten. Als Leser spürt man, dass die neuen Nachbarn damit zu tun haben. Ich hätte nicht gedacht, wie die Konstellation dann am Ende rauskommt und ich bin von dem Ausgang immer noch ziemlich schockiert.

Mir fehlte ein bisschen die anschließende Auseinandersetzung und die Entwicklung des Tobis. Mir ist bewusst, dass die Raumfahrt Kontext hier enorm wichtig ist, weil die Faszination von Tobi davon in der Kindheit sehr groß ist und schlussendlich auch sein Erwachsenenleben prägt, aber mich hat weder die Fahrt zum Mond sonderlich interessiert, noch kann ich damit geschichtlich nicht viel anfangen, weil erstens nicht meine Zeit war und zweitens meine Familie zu dieser Zeit in der anderen Hälfte Deutschland gelebt hat. Für mich war die Geschichte der Mutter am interessantesten und ich hätte mir dringend eine kurz Aufarbeitung gewünscht. Man kann das nicht einfach so stehen lassen, auch wenn es damals eine andere Zeit war.

FAZIT:

Der Sommer meiner Mutter hätte gut gerne  noch ein bisschen länger sein können. Es gibt hier Themen, die nicht so hätten stehen gelassen werden können. Mir fehlte am Ende eine gewisse Aufarbeitung. Auf jeden Fall ist es eine Geschichte, die es zunächst gar nicht erahnen lässt, aber dann am Ende mit voller Wucht zuschlägt.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von C.H. Beck Verlag* über NetGalley* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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