Rezension „Vladimir“ – Julia May Jonas

Blessing Verlag* | Gebundene Ausgabe | Übersetzung: Eva Bonn| 352 Seiten | 22,00 € | Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Sie ist Ende fünfzig, Literaturprofessorin an einem kleinen College an der amerikanischen Ostküste und beliebt bei ihren Studentinnen. Seit dreißig Jahren ist sie mit John verheiratet, der am selben College unterrichtet. Sie war immer stolz darauf, mit John eine offene Beziehung zu führen, intellektuell, finanziell und emotional unabhängig zu sein. Als John jedoch seine Suspendierung fürchten muss, weil eine der vielen Studentinnen, mit denen er im Laufe der Jahre eine Affäre hatte, ein Verfahren gegen ihn angestrengt hat, gerät das Wertesystem der Ich-Erzählerin ins Wanken: Ihre Studentinnen und ihre Tochter fordern sie auf, sich zu trennen, die Fakultät möchte sie beurlauben. In dieser Situation trifft sie Vladimir Vladinski – ein 20 Jahre jüngerer Kollege und gefeierter Romanautor – und entwickelt für ihn eine folgenschwere Obsession.

MEINUNG:

Vladimir ist sicherlich momentan nicht der beliebteste Name, aber mich hat einfach das Cover angesprochen und die Art der Geschichte. Es klang einfach verheißungsvoll, weil ich hie eine Liebesgeschichte voller Geheimnisse und verbotener Obsessionen erwartet habe.

Die namenlose Protagonistin ist 50 Jahre alt und Literaturprofessorin an einem kleineren College an der amerikanischen Ostküste. Ihr Mann, John, ist ebenfalls dort Professor. Sie haben eine erwachsene Tochter. Beide führen eine offene Beziehung. Es kommt zu einem Verfahren gegen John, der von einer Studentin angestrebt wird, mit der John eine Affäre hatte. Seine Suspendierung steht im Raum. Gleichzeitig gibt es einen jüngeren Juniorprofessor, Vladimir, für den die Protagonistin anfängt zu obsessiv schwärmen.

Ich muss sagen, dass hier irgendwie sofort eine Art Lolita Geschichte gewittert habe, aber ganz so extrem ist es hier nicht. Beide Protagonisten sind erwachsen. Die Obsession für Vladimir konnte ich auch nicht so richtig nachvollziehen, denn für mein Empfinden kam sie sehr schnell und unerwartet, aber möglicherweise passiert so etwas genau so. Allerdings kann hier wirklich von einer Obsession sprechen, denn gegen Ende laufen ein paar Dinge aus dem Ruder. Das passiert allerdings erst im letzten Drittel. Offensichtlich fehlt Protagonistin auch die sexuelle Begierde, die sie für ihren Mann nicht mehr wirklich empfindet. Sie leben beide mehr oder weniger nebeneinander her. Sie haben getrennte Schlafzimmer. Jeder kann machen, was er möchte. Man fragt sich, warum sich beide nicht scheiden lassen, aber es liegt wohl an die üblichen wirtschaftlichen Dingen.

Der Skandal, der sich um Johns Affären entwickelt, wird auch für die Protagonistin schwierig. Zunächst denkt sie, dass sie dort außen vor gelassen werden kann, denn in ihrer Beziehung ist alles abgesprochen. Das äußere Umfeld, besonders die jungen weiblichen Studentinnen reagieren darauf empfindlich, denn in dem sie sich raushält, wirkt es so als würde sie Johns Verhalten akzeptieren. Die Protagonistin sieht sich selbst als unabhängig, mit eigener Meinung und für eine freie Beziehung. Die Wertevorstellungen geraten ins Wanken mit den Anschuldigungen gegen John, der sich immerhin zu den Studentinnen auch in einem Verhältnis zu einer Schutzbefohlenen befindet, auch wenn die Studentinnen volljährig sind. Anfangs nimmt man auch an die Ehe der beiden lege komplett am Boden, aber sie wird im Laufe der Geschichte auch nochmal hinterfragt, ob es mit den beiden wirklich schon das Ende ist.

FAZIT:

Vladimir war am Ende nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt habe. Es auch weniger ein durch und durch erotischer Roman, sondern vielmehr ein gesellschaftlicher Roman, der viele Themen beinhaltet, wie auch das Älter werden und es war für mich auch die Geschichte einer Ehe.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Blessing Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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Ein Kommentar zu „Rezension „Vladimir“ – Julia May Jonas

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