Rezension „Weil ich dich liebe, deine Annie“ – Mameve Medwed

Bastei Lübbe Verlag* | Taschenbuch | Übersetzer: Angela Koonen | 368  Seiten | 11,00 € | Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Annie und ihr Mann Sam führen in einer idyllischen Kleinstadt in Maine ein glückliches und zufriedenes Leben. Aber dann bekommt Annie eines Tages eine unerbittliche Diagnose. Wie soll sie Sam nur sagen, dass sie nicht mehr lange leben wird? Sie weiß genau, dass er mit dieser Nachricht nicht wird umgehen können. Also schreibt Annie stattdessen alles auf, was ihr an Ratschlägen für das Leben ohne sie einfällt. Es entsteht ein Handbuch voll praktischer Tipps fürs Essenkochen, Geburtstagsgeschenke kaufen, Frauen daten und noch vielem mehr. Dann findet ausgerechnet Annies Mutter das Handbuch. Anstatt Sam die Wahrheit zu verraten, beginnt sie, um das Leben ihrer Tochter zu kämpfen …

MEINUNG:

Ich war hier ein bisschen skeptisch, weil ich nicht so gerne Geschichten lese, bei denen jemand sterbenskrank ist. Allerdings hat mich als Maine, als Bundesstaat an der Ostküste der USA sehr angesprochen.

Annie und Sam leben in Pasmaquoddy, einem kleinen Ort in Maine. Sie führen zusammen einen Sandwichladen, der bei allen sehr beliebt ist im Ort. Beiden fehlt es an nichts und sie sind gerne den ganzen Tag zusammen. Bei Annie ändert sich plötzlich alles als sie erfährt, dass sie an Krebs erkrankt ist. Sie weiß nicht, wie sie damit umgehen soll und fängt an Briefe und Lebensanleitungen für ihren Mann zu schreiben, damit der nach ihrem Tod zurecht kommt. Annies Versuche Sam von ihrem Schicksal zu berichten scheitern. Doch dann findet Annies berühmte Mutter ihre Briefe und sie fängt an, sich für Annie einzusetzen.

Ich muss sagen, dass ich den Anfang der Geschichte zunächst recht liebevoll und charmant fand. Mir hat es es besonders das berühmte Sandwich namens Paul Bunyan von Annie und Sam angetan, dass bei allen im Ort und darüber hinaus sehr bekannt ist. Annie bekommt die Nachricht, dass sie Krebs hat. Sie unternimmt Versuche Same die schreckliche Nachricht zu überbringen, aber das scheitert, weil Sam zu sensibel ist und Annie nicht hartnäckig genug bleibt. Schnell stellt man fest, dass Sam unfassbar wehleidig und unselbstständig ist und nichts alleine im Haushalt gebacken bekommt. Annie verkauft uns das als Leser als liebenswert, aber ich fand es vor allem eins: Nervig! Seine angebliche Sensibilität verdeckt in meinen Augen nur einen egoistischen, unselbstständigen Mann, der seiner Frau nicht mal ein bisschen Zeit für sich selbst lässt. Ich meinen Augen verklärt sie den Mann total, der ihre große Liebe seid der Schule ist. Ich hoffe, dass die Autorin erwartet, dass man das mit einem Augenzwinkern liest, was allerdings sehr schwer fällt hinsichtlich der diversen sehr ernsten Themen, die hier Inhalt des Buches sind.

Erschreckend ist, dass die ganze Geschichte allein darauf fußt, dass es hier ein echtes Kommunikationsproblem gibt zwischen Annie und Sam und zwischen Annie und ihrer Mutter. Annies Beziehung zu ihrer Mutter  Ursula spielt hier auch eine relativ große Rolle, denn die ist schwierig. Annies Mutter lebt in New York und ist eine berühmte Theaterschauspielerin, die jeder kennt und vergöttert. Die Beziehung der beiden ist relativ unterkühlt, vor allem von Annies Seite. Mir gefiel allerdings, dass Ursula sich ohne wenn und aber für das Leben ihrer Tochter einsetzt. Annie muss einsehen, dass ihre Mutter sie wirklich liebt, nur dass sie das eben anders zeigt. Mir gefiel diese Passage in New York, in der sich die Beziehung der beiden festigt. Auf der anderen Seite fand ich Ursula unfassbar überzeichnet. Ich weiß nicht, ob es an der Übersetzung lag, aber manche Dialoge waren einfach nicht ernst zu nehmen. Vielleicht passen die eher in ein Theaterstück, aber nicht in einen Roman. Ich habe mich oft dabei erwischt, dass ich einfach vieles nicht ernst nehmen konnte und ab dem New York Aufenthalt auch echt genervt war, weil das Buch dort auch eine überraschende Wendung nimmt, die ebenfalls völlig absurd erschien.

FAZIT:

Weil ich dich liebe, deine Annie fing gut an, ließ dann stark nach. Leider fiel es mir zunehmend schwerer die Geschichte und vor allem Annies Diagnose ernst zu nehmen. Emotional konnte mich das Buch einfach nicht berühren, weil viele Szene einfach zu überspitzte waren und vor allem ihre Mutter und ihr Mann völlig überzeichnet wurden.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Bastei Lübbe Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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