Rezension „Sonntag fehlst du am meisten“ – Christine Drews

Ullstein Verlag* |Broschiert| 288 Seiten | 13,00 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Schon immer war Caro das Lieblingskind ihres Vaters, doch seit einem großen Streit haben sie keinen Kontakt mehr. Nun steht die Goldene Hochzeit von Caros Eltern vor der Tür, aber wie soll Caro ihrem Vater gegenübertreten? Als arbeitslose, alleinerziehende Mutter fühlt sie sich von dem Mann, der nach dem Krieg seine Firma aus dem Nichts aufgebaut hat, nicht ernstgenommen. Erst durch ihre neugewonnene Freundschaft mit der alten Frau Schneiders kann sie Verständnis für die Generation der Kriegskinder entwickeln. Und plötzlich scheint eine Versöhnung doch möglich …

MEINUNG:

Meine Motivation den Roman zu lesen lag darin, dass ich diese Nachkriegsgeneration, zu der auch meine Oma gehörte, einfach mal besser verstehen wollte. Nun lebt meine Oma zwar nicht mehr, aber mir schwirren trotzdem so viele ungute Gefühle in Gedanken an sie durch den Kopf. Eben auch weil das Verhältnis zwischen meiner Mutter und ihr immer schwierig war.

Der Prolog war wirklich ziemlich heftig. Man wird direkt mitten ins Geschehen geworfen. Es gefiel mir, dass die Autorin mit Caro hier so eine schwierige Person gewählt hat und dass sie auch ganz offen mit deren Alkoholsucht umgegangen ist. Ich fand das nicht immer leicht zu lesen, weil ich auch da einen persönlichen Bezug zu habe, aber es ist wichtig, dass auch mal ein solches Thema in Büchern angesprochen wird und auch deren Konsequenzen. Neben diesem großen Problem schultert Caro auch noch den Streit mit ihrem Vater. Ich mochte Caro einerseits, aber andererseits fiel es mir auch schwer mich mit ihr zu identifizieren. Schließlich war sie wirklich arbeiten und ist für ihren Lebensunterhalt aufgekommen. Dafür gab es immer Vater bzw. später ihren Ex-Mann.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und gewährt dem Leser Einblick in das Leben von Caros Vater nach dem Krieg. Caros Vater tritt in der Gegenwart nicht direkt auf, sondern nur indirekt durch Erzählungen. Insgesamt fand ich das in Ordnung, dennoch hätte ich mir gewünscht, dass das klärenden Gespräch am Ende auch noch Thema gewesen wäre. Leider wurde dies nur durch einen Satz verdeutlicht.

Einblick in die Kriegsgeneration gibt es in Form von Frau Schneiders, die ein WG mit Altersgenossen machen möchte bei der Caro sie als Architektin unterstützt. Frau Schneiders erklärt viele Dinge, die sowohl Caro als auch ich so noch nicht betrachtet haben. Gut gefiel mir auch der Aufbau der Kapitel. Die waren jedes Mal mit einem Oberbegriff aus dem Lexikon, wie Liebe, Schuld etc. betitelt und genau darum ging es dann auch in dem jeweiligen Kapitel. Caro hat auch einen Sohn, der sehr unter ihrem Alkoholproblem leiden musste. Leider blieb aber für mich ungeklärt, wie Caro damit in der Schwangerschaft umgegangen ist. Es hört sich danach an, dass sie wohl nie eine trockene Zeit hatte. Hierzu hätte ich mir noch eine kleine Info gewünscht, denn Alkohol in der Schwangerschaft schädigt das Kind.

FAZIT:

Innerhalb einer Zugfahrt habe ich das Buch durchgehabt. Diese Familiengeschichte gefiel mir, bis ein paar winzige Kleinigkeiten ausgesprochen gut. Die Autorin hat schwierige Themen sehr gefühlvoll und dennoch ehrlich hier drin verarbeitet.

Ich vergebe 4,5 von 5 Sternen.

Das eBook wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Ullstein Verlag* über Lovelybooks* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

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