Rezension „Die Schönheit der Nacht“ – Nina George

Knaur Verlag* | Gebundene Ausgabe | 256 Seiten | 18,99 € |Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Die angesehene Pariser Verhaltensbiologin Claire sehnt sich immer rastloser danach, zu spüren, dass sie lebt und nicht nur funktioniert. Die junge Julie wartet auf etwas, das sie innerlich in Brand steckt – auf des Lebens Rausch, auf Farben, Mut und Leidenschaft. In der glühenden Sommerhitze der Bretagne, am Ende der Welt, entdecken die beiden unterschiedlichen Frauen Lebenslust und Leidenschaft neu – und werden danach nie wieder dieselben sein.

MEINUNG:

Auf Nina George war ich schon länger gespannt, die vor allem Das Lavendelzimmer von ihr immer so hochgelobt wird. Die Schönheit der Nacht war nun mein erstes Buch der Autorin. Von außen macht das Buch sehr viel her. Es besticht durch seinen roten Stoffrücken, welche wunderbar zu dem recht dunklen Cover passt. Der Autorenname in Türkis bietet einen schönen Kontrast.

Obwohl Nina George eine Deutsche ist, spielt das Buch in Frankreich. Ich habe aber gelesen, dass die Autorin selbst ein Teil des Jahres in Frankreich lebt. Ich bin ehrlich gesagt kein großer Fan von Frankreich, aber Nina George schafft, dass man sich zwangsläufig für das Land begeistert, denn ihr ganzer Erzählstil ist sehr frankophon und man spürt in jeder und zwischen jeder Zeile die französische Lebensart. Die Geschichte ist auch sehr gut jetzt für den Sommer geeignet, da sie komplett in den Sommermonaten spielt.

Die Sprache von Nina George hat mich zunächst erschlagen, denn sie ist sehr besonders und vollgepackt mit literarischen Stilmitteln. Ich habe beim Lesen immer wieder gestaunt, wie man in der Lage sein kann so zu schreiben. Es hat etwas gedauert bis mich dareingefunden habe. Anfangs verlief die Handlung des Romans in meinen Augen etwas schleppend. Mir fehlte so ein bisschen das Ziel, aber durch den wenig aussagekräftigen Klappentext, habe ich mir verschiedene Varianten überlegt in welche Richtung es gehen konnte.

Claire ist ein schwieriger Mensch, aber genau solche Charaktere mag ich. Es gibt immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, die erahnen lassen, warum Claire so ist wie sie ist. Die Ehe zwischen Claire und ihrem Mann scheint kompliziert zu sein, obwohl es mir scheint, dass hier nur ein wirklich arges Kommunikationsproblem vorliegt. Claire wirkt oft verloren. Besonders die frühe und nicht gewollte Mutterschaft ist für sie äußerst prägend. Sie hat auch jetzt, wo ihr Sohn 22 Jahre alt ist, noch das Gefühl nur als Mutter und nicht mehr als Frau gesehen zu werden. In meinen Augen quält sie sich damit aber sehr. Anstatt einfach mal zu reden, zieht sie sich zurück und geht sogar fremd, um sich selbst als Frau wieder wahrgenommen zu fühlen.

Dann gibt es noch Julie, eine junge Frau mit der Claire eine schicksalshafte Begegnung hat und die sich dann als die Freundin ihres Sohnes herausstellt. Julie begleitet die Familie in ihre Ferien. Zwischen Julie und Claire gibt es immer wieder Reibungspunkte. Die Anziehungskraft zwischen beiden ist enorm. Dennoch war mir zumindest nicht so schnell klar, in welcher Form sich ihre Beziehung entwickeln wird und wo hier die wirkliche Faszination für die andere liegt.

 FAZIT:

Nach meinen anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Buch, ist das letzte Drittel grandios gewesen. Ich habe selten so etwas Gutes gelesen. Man davon so viel mitnehmen. In mir hat etwas berührt. Die Geschichte macht Mut etwas zu wagen und wieder zurück zu sich zu finden.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise vom Knaur Verlag* über LovelyBooks zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Ein Gedanke zu “Rezension „Die Schönheit der Nacht“ – Nina George

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