Rezension „Die Passion“ – Amélie Nothomb

Diogenes Verlag* | Gebundene Ausgabe |Übersetzer: Brigitte Große | 128 Seiten | 20,00 € | Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

»Ich wusste schon immer, dass sie mich zum Tode verurteilen würden«, so beginnt Amélie Nothombs neues Buch. Hier spricht Jesus Christus in der Nacht vor seinem Tod. Mutterseelenallein in seiner Zelle, vertraut er uns seine geheimsten Gedanken an, seine Zweifel, seinen Groll.

MEINUNG:

Amélie Nothomb ist eine Autorin, die ich schon länger einmal entdecken wollte. Nun habe ich den Schritt mit Die Passion gewagt. Für mich ist eine solche Geschichte wirklich ein Novum, denn ich bin nicht religiös und kenne mich auch mit der Bibel und der Geschichte Jesus nur recht wenig aus. Beim Lesen der Geschichte fiel mir dies auch immer wieder auf, dass mir das ein paar Vorkenntnisse fehlen, denn ich wollte gerne noch mehr Hintergrundinformationen haben, z.B. zu seinen Jüngern.

Die Passion ist kein Roman im klassischen Sinne, sondern ein kompletter innerer Monolog von Jesus Christus vor seiner Kreuzigung. Jesus, eine Person mit der ich mich bisher hier nur wenig beschäftigt habe, wurde für mich mit diesem inneren Monolog nahbar, sprich zu einem Menschen meinesgleichen mit Gedanken und Gefühlen. Jesus blickt zurück auf die Menschen, die ihm viel bedeutet haben und ihre Beziehung zueinander, Maria als seine Mutter, Maria Magdalena (für ihn nur Magdalena, um sie von seiner Mutter abzugrenzen), Gott als seinen Vater und auch seine diversen Jünger.

Jesus wird durch diesen inneren Monolog nicht nur nahbar, sondern auch fehlbar  in Hinblick auf sich selbst und auch auf seinen Vater, was sicher auch zu einem Kritikpunkt dieses Werkes werden kann. Mir gefiel, wie er schon ein wenig den Blick in die Zukunft schweifen ließ, sprich nach seinem Ableben. Jesus hat sein Schicksal angenommen und hadert nicht mit ihm. Er wirft einige interessante Gedanken und Aussagen auf, die mich wirklich zum Nachdenken angeregt haben. Mir gefiel auch immer wieder die Anspielungen und Vergleiche seiner Situation hinsichtlich Durst. Durst, den er auch selbst in seiner Zelle verspürt, Durst im übertragenen Sinne und das Stillen von Durst als allmächtiges, befreiendes Gefühl. Im Original heißt das Buch Soif, was auf Französisch Durst heißt, was besser passt als der deutsche Titel.

FAZIT:

Die Passion war mein erstes Buch von Amélie Nothomb und gleichzeitig auch ein ganz besonderes, denn als Atheistin bin ich wenig bibelfest und kenne mich mit der Geschichte Jesus wenig aus. Die Autorin liefert hier seinen inneren Monolog bevor er gekreuzigt wird und es sind viele Gedanken/ Sätze dabei, die wirklich sehr prägnant sind und zum Nachdenken anregen. Eine kurz, aber sehr einprägsame Gesichte, die man durchaus ein weiteres Mal zu Hand nehmen könnte.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Diogenes Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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Ein Kommentar zu „Rezension „Die Passion“ – Amélie Nothomb

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