Rezension „Blut schweigt niemals“ – Stephan Harbort

Droemer Verlag* | Broschierte Ausgabe | 288 Seiten | 14,99 € | Amazon* und im örtlichen Buchhandel

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INHALT:

Wenn keine Spur zum Täter führt, wenn nichts mehr geht, wenn die Ermittlungen eingestellt werden müssen, dann spricht man von einem „Cold Case“. Die Gerichtsakten der „kalten Fälle“ vergilben in den Archiven der Ermittlungsbehörden, dicke, prall gefüllte Stehordner voller grausiger Details, mit Bildern blutbesudelter Leichen, zertrümmerter Schädel oder abgetrennter Körperteile. Und auf der letzten Seite findet sich stets der obligatorische Vermerk des Staatsanwalts: „Ein Täter konnte nicht ermittelt werden. Das Verfahren wird vorläufig eingestellt.“
Etwa 95 Prozent aller bekanntgewordenen Morde werden aufgeklärt. Zehn bis 20 Tötungsdelikte können pro Jahr hierzulande nicht aufgeklärt werden. Über tausend Fälle in den vergangenen Jahrzehnten. Diese „Cold Cases“ werden von Spezialisten der Mordkommission bewertet, ob Hinweise übersehen oder Ermittlungsansätze nicht erkannt worden sind, oder ob nun nach all den Jahren mit neuester Kriminaltechnik alte Asservate erfolgversprechend untersucht werden können.

MEINUNG:

True Crime, sprich reale Kriminifälle und sogenannte Cold Cases interessieren mich schon länger. Bisher habe ich mich da auf Podcasts beschränkt, aber nun wollte ich auch endlich mal etwas in dem Bereich lesen. Stephan Harbort ist ein Name, um den man in diesem Bereich nicht drum herum kommt. Er ist Kriminalhauptkommissar und führender Serienmordexperte  sowie einer der führenden Kriminalexperten in Deutschland.

In seinem neusten Sachbuch, Blut schweigt niemals, beschäftigt er sich mit sogenannten Cold Cases, sprich Fällen, bei denen aus diversen Gründen die Ermittlung eingestellt worden ist und die Tatperson nicht ermittelt werden konnte. Die USA ist in diesem Gebiet Vorreiter, aber auch Deutschland hat in den letzten Jahren/ Jahrzehnten ordentlich nachgezogen. Nicht zuletzt die forensische Untersuchung von Spuren wie z.B. DNA am Tatort ist viel besser als noch vor 20 bis 30 Jahren und so können diese Spuren heute mit den neusten Methoden ausgewertet werden. Diese Eckpunkte schildert uns Stephan Harbort in seinem Vorwort. Darauf folgen sechs Fälle, ein Nachwort und noch ein Anhang.

Diesen Anhang fand ich sehr interessant, denn eine Synopse Kriminnalistisch-Kriminologische bei Cold Case Ermittlungen in Deutschland zwischen 1969 und 2018, sprich man hat Daten der Opfer und Täter ausgewertet. Man erfährt u.a. die Alterstruktur der Opfer und Täter, das Geschlecht, Beruf, Persönlichkeitsmerkmale etc. Dazu werden auch die Tatumstände ausgewertet und man erfährt u.a. Opferauswahl, Beziehung zwischen Opfer und Täter, Tatzeit, Tatort, Tötungsart etc. Einige Sachen wusste ich schon, aber ich fand es erschreckend, dass die zumeist weiblichen Opfer zwischen 14 und 20 Jahren sind und die zumeist männlichen Täter 41 und 60 Jahren sind.

Die Fälle erzählt Stephan Harbort sehr strukturiert in chronologisches Abfolge. Als Laie lässt es sich gut lesen, denn er erklärt die meisten Begriffe aus diesem Umfeld. Nur manchmal hatte ich den Eindruck er lässt sich ein bisschen hinreißen und entfernt sich von seinem sonst so sachlichen Erzählstil. Ich habe mich z.B. etwas gewundert, dass er sonst immer bei der korrekten Bezeichnung bleibt und dann plötzlich von der Gauck-Behörde spricht, was nur umgangssprachlich ist und eigentlich offiziell die Behörde des Bundesbeauftragen für Stasi-Unterlagen ist. In einem Fall ließ er sich auch ein bisschen sehr zu eigenen Bewertungen hinreißen und beschrieb, wie das Opfer sich nach der Tat verhielt und was es dachte. Ich fand es an dieser Stelle einfach unpassend. Ebenfalls stört mich eine Beurteilung eines Täters, der nicht ganz wie „Du und Ich“ war. Auch wenn das nur eine Floskel ist, störte es mich doch etwas, weil er wieder eine Beurteilung des Lesers vornimmt, den er doch gar nicht kennt.

FAZIT:

Blut schweigt niemals ist eine interessante Sammlung deutscher Cold Cases, die noch Jahre später aufgeklärt werden konnten. Einige sind sicher auch bekannt, da sie auch in den Medien aufgetaucht sind. Stephan Harbort liefert mit dem Anhang auch aufschlußreiche Zusatzinformationen. Ich mochte z.T. nur seine Art der Erzählung an einigen Stellen nicht. Ich kann das Buch aber jedem Laien empfehlen, denn es ist sehr verständlich und einfach geschrieben.

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar freundlicherweise von Droemer Verlag* zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

*Folgende Verlinkungen kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung.

Ein Kommentar zu „Rezension „Blut schweigt niemals“ – Stephan Harbort

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